Machado-Vertrauter verschwundenVenezuelas Regierung will Oppositionellen Guanipa unter Hausarrest stellen

Die Übergangsregierung in Venezuela verspricht, politische Gefangene freizulassen. Der bekannte Oppositionspolitiker Guanipa ist einer von ihnen. Kurz nach seiner Entlassung wird er jedoch entführt, erklärt seine Familie. Die Regierung stellt den Fall anders dar.
In Venezuela ist der prominente Oppositionspolitiker Juan Pablo Guanipa kurz nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis nach Angaben seiner Familie und der Friedensnobelpreisträgerin Machado verschleppt worden und ist seitdem verschwunden. Nun haben die Behörden jedoch erklärt, eine gerichtliche Genehmigung für seinen Hausarrest zu stellen. Guanipa habe gegen die Auflagen seiner Freilassung verstoßen, teilte die Staatsanwaltschaft mit, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. Ob er erneut festgenommen wurde, ließ die Behörde offen. Guanipa war erst wenige Stunden zuvor aus der Haft entlassen worden.
Der Sohn des Politikers, Ramon Guanipa, sprach in einem Video in den sozialen Medien von einer Entführung. Guanipa ist ein Vertrauter der Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado. Auch sie erklärte, er sei von Unbekannten gewaltsam verschleppt worden. "Schwer bewaffnete Männer in Zivilkleidung kamen in vier Fahrzeugen und nahmen ihn mit Gewalt mit", schrieb Machado auf X. Wenige Stunden zuvor hatte Guanipa noch selbst Videos veröffentlicht, in denen er die Freilassung weiterer politischer Gefangener forderte und die amtierende Regierung als illegitim bezeichnete.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Foro Penal gibt es in dem südamerikanischen Land noch rund 800 politische Häftlinge. Viele waren infolge von Protesten gegen die von Betrugsvorwürfen überschattete Wiederwahl Maduros 2024 festgenommen worden. Guanipa, Parteichef von Primero Justicia, wurde im Mai vergangenen Jahres kurz nach den Parlamentswahlen festgenommen und saß mehr als acht Monate wegen des Vorwurfs der Anführung einer terroristischen Verschwörung und Landesverrats im Gefängnis.
Wenige Tage nach der Intervention der USA und der Festnahme Maduros Anfang Januar kündigte die Regierung der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez die Freilassung einer großen Zahl venezolanischer und ausländischer Gefangener an und versprach, das berüchtigte Gefängnis "El Helicode" in ein Kulturzentrum umzuwandeln. Seitdem steht die Übergangsregierung unter dem Druck der USA, das Amnestiegesetz vollständig durchzusetzen.