Politik

Druck auf China erhöht G7 fordert neue Untersuchung zu Corona-Ursprung

Die G7-Staaten lassen nicht locker und geben sich mit der Untersuchung der WHO zur Herkunft des Coronavirus' aus dem Frühjahr nicht zufrieden. Sie fordern nun echte Transparenz und eine wissenschaftliche Basis der Studie, reichen mit einer Formulierung China allerdings auch die Hand.

Die G7-Staaten fordern eine vertiefte Untersuchung der WHO zum Ursprung der Corona-Pandemie. In ihrer Abschlusserklärung zum Gipfeltreffen mahnen die Staats- und Regierungschefs eine "zeitnahe, transparente, von Experten geführte und wissenschaftlich basierte Studie" unter anderem in China an. US-Präsident Joe Biden hatte bereits kürzlich eine Untersuchung der US-Geheimdienste zum Ursprung von Covid-19 angeordnet. Hintergrund ist die Frage, ob möglicherweise ein Laborunfall in der chinesischen Stadt Wuhan zu der weltweiten Corona-Pandemie führte.

Die jetzt von den G7-Staaten geforderten Ermittlungen sollen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als zweite Phase der ersten Ermittlungen im Januar und Februar in China organisiert werden. Die Studie soll wie von den beteiligten Experten empfohlen auch in China stattfinden, heißt es im Text. Diese Formulierung scheint zumindest die Möglichkeit einzuschließen, wie von China gefordert, zusätzlich auch noch anderswo zu ermitteln. Mit dieser Forderung will Peking seine These untermauern, dass das Virus nicht unbedingt aus China stammt, sondern auch aus dem Ausland gekommen sein könnte. Dahinter steckt die Sorge, für die Pandemie angeprangert zu werden.

China bestreitet Laborthese massiv

Die ersten Infektionen mit dem Virus waren im Dezember 2019 in Wuhan entdeckt worden. Schon bald nach Beginn der Pandemie war darüber spekuliert worden, dass das neuartige Coronavirus bei einem Unfall aus dem Institut für Virologie in Wuhan entwichen sein könnte. Die chinesische Regierung hat das stets energisch bestritten. Ein Team internationaler Experten im Auftrag der WHO hatte die Labor-Theorie im März als "extrem unwahrscheinlich" eingestuft. Es sei vielmehr "wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich", dass das Virus Sars-CoV-2 von einer Fledermaus über ein Zwischenwirt-Tier auf den Menschen übergegangen sei. An dem Bericht wurden aber schnell Zweifel laut. Zahlreiche Staaten äußerten ihre Besorgnis darüber, dass den internationalen Experten bei ihrer Untersuchung in China der Zugang zu Daten verwehrt worden sei.

Das Thema sorgt für Verstimmung mit Peking, das auch verärgert auf den jüngst wieder von den USA ins Spiel gebrachten Verdacht reagiert, dass das Virus aus einem Labor in Wuhan entwichen sein könnte. Der britische Premierminister Boris Johnson sagte, es sehe nicht so aus, als wenn das Virus aus einem Labor stamme, doch müsse man vernünftigerweise unvoreingenommen da rangehen. Er betonte, dass es allerdings Probleme mit Zoonosen mit von Tier auf den Menschen übertragbaren Krankheiten gebe und hier vor allem mit Wildtiermärkten etwa in Südostasien. "Hier liegen die Risiken." Er betonte, die G7-Gruppe wolle die Möglichkeiten der WHO stärken, damit Kontrolleure unabhängige Untersuchungen durchführen können.

Quelle: ntv.de, als/AFP/dpa

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