Weitere Militärhilfen geplantG7 wollen Druck auf Moskau mit neuen Energie-Sanktionen erhöhen

Die westlichen Sanktionen gegen Russland setzen den Kreml zwar unter Druck, haben bisher aber keinen Kurswechsel von Präsident Putin im Ukraine-Krieg erzwungen. Trump stellt eine Rückkehr der russischen Öl-Sanktionen in Aussicht.
Die G7-Staaten haben sich nach Angaben aus Diplomatenkreisen bei ihrem Gipfel in Frankreich auf neue Sanktionen gegen den russischen Energiesektor verständigt. Die Staats- und Regierungschefs der sieben Industrienationen hätten entschieden, "den Druck auf Russland zu erhöhen, insbesondere durch Sanktionen auf Öl und Gas", erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus französischen Diplomatenkreisen im Anschluss an eine G7-Sitzung zur Ukraine. Die G7-Staaten vereinbarten demnach auch weitere Militärhilfen für die Ukraine, unter anderem zur Stärkung der Luftabwehr.
Trump hat eine Rückkehr zu Öl-Sanktionen gegen Russland in Aussicht gestellt, die vorübergehend auf Eis liegen. Bald werde man in der Lage sein, das tun zu können, sagte der Republikaner vor Journalisten auf dem G7-Gipfel am Genfersee. Er legte sich aber nicht auf einen möglichen Zeitpunkt fest. Es blieb unklar, ob Trump dann womöglich nur zum Status quo der Sanktionen zurückkehren will oder ob er darüber hinaus weitere Sanktionen anvisiert, die Russland schaden sollen.
Der US-Präsident forderte Russland in Evian zu einer Vereinbarung mit Kiew zur Beendigung des Ukraine-Kriegs auf. "Russland sollte ein Abkommen schließen", sagte Trump. Der US-Präsident verwies auf die hohen Opferzahlen in dem mehr als vierjährigen Krieg. "Russland hat enorme Verluste an Menschenleben zu verzeichnen, ebenso wie die Ukraine", sagte Trump.
Trump hatte am Sonntag vor dem G7-Gipfel sowohl mit Selenskyj als auch mit Kreml-Chef Wladimir Putin telefoniert. "Vielleicht können wir was machen", sagte Trump am Montag in Evian, ohne Details zu nennen. "Sie sind beide offen dafür."
"Blatt wendet sich für die Ukraine"
Friedrich Merz sprach von einem "Fenster für die Diplomatie" im Ukraine-Konflikt. Ungeachtet der jüngsten Angriffe Russlands habe sich die Dynamik in dem Krieg "deutlich zugunsten der Ukraine verändert", sagte der Kanzler kurz vor Beginn des G7-Gipfels.
Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigte sich nach den G7-Beratungen mit US-Präsident Trump optimistisch, dass in die Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine neuer Schwung kommt. "Das Blatt wendet sich für die Ukraine", erklärte sie. Die Lage im Jahr 2026 unterscheide sich stark von der im Jahr 2025. Während die Ukraine mutig die Front halte, zeige sich Russlands Erschöpfung offen.
Die USA hatten vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs zuletzt de facto keine aktive Rolle mehr in den Bemühungen um eine Beendigung des Ukraine-Krieges übernommen. Mit der nun verkündeten Einigung zwischen Washington und Teheran auf ein Rahmenabkommen zum Iran-Krieg könnte sich dies womöglich ändern. "Jetzt, wo das eine beendet ist, können wir uns auf das andere konzentrieren und sehen, dass wir das erledigt bekommen", sagte Trump in Evian.
Selenskyj hatte am Montag gesagt, er habe Trump ein persönliches Treffen mit Putin vorgeschlagen. Dieses könne "in einem Format" stattfinden, "das es Putin deutlich schwerer machen würde, abzulehnen".
Moskau hat bisher kein Interesse an Selenskyjs Verhandlungsvorschlag gezeigt. Trump ist in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen worden, in dem Konflikt russlandfreundliche Positionen zu vertreten.