Politik

Außenminister im InterviewWadephul strebt Ukraine-Gespräche mit Putin in diesem Sommer an

16.06.2026, 15:27 Uhr
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Ist Putin erstmals ernsthaft an Verhandlungen interessiert? Außenminister Wadephul hält neue Gespräche noch in diesem Sommer für möglich. Zugleich erwartet er die Unterzeichnung des Iran-USA-Abkommens. Die entscheidende Streitfrage werde aber noch lange ungelöst bleiben.

Außenminister Johann Wadephul sieht eine Chance für neue Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs und hält es für möglich, dass Russlands Präsident Wladimir Putin inzwischen offener für Verhandlungen ist. "Es gibt jetzt eine Chance, glaube ich, in diesem Sommer mit Gesprächen zu beginnen", sagte der CDU-Politiker im RTL-"Nachtjournal Spezial". Mit Blick auf Putin fügte er hinzu: "Möglicherweise ist er jetzt in einer Phase, dass er darüber ernsthaft nachdenkt."

Der Krieg bringe derzeit keiner Seite entscheidende militärische Vorteile. "Das Einzige, was geschieht, ist sterben. Jeden Tag", sagte Wadephul. Er verwies auf Äußerungen des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko, wonach weder Russland noch die Ukraine den Krieg militärisch gewinnen könne. Das sei "eine interessante Wortmeldung von einem sehr engen Verbündeten von Putin".

Die Ukraine sei "schon die ganze Zeit verhandlungsbereit", sagte Wadephul. Nun sei es "an Wladimir Putin, zu entscheiden, ob er verhandeln will oder weiter schießen will". Deutschland, Frankreich und Großbritannien hätten gemeinsam mit ihren europäischen Partnern die Initiative ergriffen und ein Signal nach Moskau gesandt. "Wir sind auch bereit für Gespräche."

Der Außenminister zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass es zu einem Kurswechsel im Kreml kommen könnte. Putin müsse erkennen, "dass die Fortsetzung des Krieges wirklich keinen Sinn macht". Die Unterstützung für die Ukraine werde "nicht nachlassen", zugleich belasteten Sanktionen die russische Wirtschaft. "In einem nüchternen Kalkül sollte er zu dem Ergebnis kommen, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, zu verhandeln", sagte Wadephul. Es gebe eine "realistische Chance", den Konflikt auf den Weg zu einer Lösung zu bringen.

Wadephul erwartet Unterzeichnung des Iran-USA-Abkommens

Auch zum angekündigten Abkommen zwischen den USA und dem Iran äußerte sich Wadephul vorsichtig optimistisch. Er gehe davon aus, dass die Vereinbarung am Freitag unterzeichnet wird. "Die Unterschrift wird es geben", sagte der Außenminister. Unklar sei allerdings weiterhin, was genau in dem Abkommen stehe: "Die Frage ist, was gibt es damit? Was steht da drin? Das wissen wir noch nicht so ganz genau."

Trotz der Annäherung zwischen Washington und Teheran rechnet Wadephul mit langwierigen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm. Über das "Hauptthema, nämlich den Ausschluss einer nuklearen Bewaffnung des Iran", werde "schon noch etwas länger gesprochen werden müssen", sagte er. Als Fortschritt wertete der CDU-Politiker, dass die USA und der Iran künftig direkt miteinander verhandeln sollen. Die USA und Iran werden "direkt und nicht wie bisher durch Vermittler Pakistan, insbesondere Katar sprechen". Das sei "erst mal gut, um jetzt endlich diesen Konflikt aufzulösen".

Dennoch bleibe der Weg zu einer dauerhaften Lösung lang. "Ich habe die Hoffnung, dass das gelingen kann", sagte Wadephul. Der Iran habe erkannt, dass militärischer und wirtschaftlicher Druck "zu einer Existenzkrise des Regimes führen kann". Deshalb habe sich die Führung nun für den Verhandlungsweg entschieden.

Das gesamte Interview wird in der RTL-Sendung “Nachtjournal Spezial" am Mittwoch, den 17. Juni 2026 um 00:25 Uhr auf RTL ausgestrahlt, auf YouTube sowie auf der Streamingplattform RTL+. 

Quelle: ntv.de, vmi

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