Politik

SPD-Chef fordert Zerschlagung Gabriel denkt Banken neu

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In aller Welt demonstrieren Zehntausende gegen die Macht der Banken und Finanzmärkte.

(Foto: REUTERS)

Die Kritik an der Macht der Finanzmärkte und Banken wächst. Nicht nur, dass inzwischen Hunderttausende in aller Welt protestieren. Nun ruft SPD-Chef Gabriel nach einer Zerschlagung deutscher Banken. Linksparteichef Ernst will gleich die Verstaatlichung.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat eine Zerschlagung deutscher Banken gefordert. "Richtig wäre eine Trennung von Investmentbanking und Geschäftsbanken", sagte Gabriel dem "Spiegel". "Ich möchte, dass beim Geschäftsfeld des Investmentbanking ein ganz großes Schild an der Tür steht mit der Aufschrift "Hier endet die Staatshaftung"."

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Gabriel sieht den Neoliberalismus gescheitert.

(Foto: picture alliance / dpa)

Gabriel sprach vom "Ende einer Epoche". Die Ideologie der "Neoliberalen" sei gescheitert, nun müsse man den Kapitalismus ein zweites Mal "bändigen". "Die Anbetung der grenzenlosen Freiheit der Märkte hat die Welt an den Rand des Ruins gebracht."

Gabriel räumte ein, dass auch die SPD in der Vergangenheit die Liberalisierung der Finanzmärkte betrieben habe. "Natürlich haben auch wir Fehler gemacht. Wir haben uns von der Behauptung einschüchtern lassen, Deutschland werde abgehängt, wenn nicht auch wir die Finanzmärkte deregulieren." Er forderte die Bundesbürger auf, nach dem Vorbild der US-amerikanischen Protestbewegung gegen Banken und Börsianer auf die Straße zu gehen.

DGB sieht "Alarmsignal"

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, reihte sich ein in die Kritik.  Abseits demokratischer Legitimation und ohne Verantwortungsbewusstsein spalteten Investmentbanken die Gesellschaft, sagte er. Der Protest Tausender, zumeist junger Menschen sei ein "Alarmsignal".

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Ernst will die Finanzmärkte "an die Kette legen".

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, forderte erneut eine Verstaatlichung der Banken. Die Proteste würden weiter anwachsen, solange keine Maßnahmen ergriffen würden, um die Finanzmärkte "an die Kette zu legen", sagte Ernst Zeitungen der "WAZ"-Mediengruppe . Gegenüber n-tv.de hatte der Linkspartei-Chef vor einigen Tagen einen "neuen Aufstand der Anständigen" gefordert.

Der Wirtschaftspsychologen Erich H. Witte sieht die Stimmung gegenüber dem Finansektor inzwischen als an. Zugleich warnt er die Banker: "Wenn es weltweit eine negative Einstellung gegen die Finanzwelt gibt - und das scheint zu passieren -, dann müssen sich die Banker und der ganze Finanzmarkt in Zukunft warm anziehen."

Weltweit gingen an diesem Samstag , um gegen die Auswüchse des Kapitalismus und die Macht der Banken zu protestieren. Allein in Deutschland demonstrierten rund 40.000 Menschen in mehr als 50 Städten.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/AFP