Politik

USA und Südkorea planen Manöver Gabriel warnt vor "Spirale der Gewalt"

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Jedes Jahr führen die USA und Südkorea ein gemeinsames Militärmanöver durch. Davon wollen sie auch 2017 nicht abrücken.

(Foto: picture alliance / dpa)

Auch wenn China und Russland vorschlagen, dass die USA und Südkorea auf großangelegte Militärübungen vorerst verzichten: Das Pentagon hält daran fest. Bundesaußenminister Gabriel mahnt zur Umsicht. Den US-Präsidenten kritisiert er mit scharfen Worten.

Die Drohungen zwischen US-Präsident Donald Trump und der Führung Nordkoreas schüren die Angst vor dem Ausbruch eines Krieges. Doch trotz des sich zuspitzenden Konflikts will das Verteidigungsministerium in Washington nicht vom alljährlichen Militärmanöver mit Südkorea abrücken. Die Übung werde wie vorgesehen am 21. August beginnen, teilte das Pentagon mit. China und Russland hatten vorgeschlagen, dass die USA und Südkorea auf großangelegte Militärübungen vorerst verzichten. Nordkorea soll dafür Raketentests auf Eis legen.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel mahnte zur Umsicht. In einem Interview mit den Zeitungen des "RedaktionsNetzwerks Deutschland" sagte er, die USA und Südkorea sollten das Militärmanöver "so wenig provokativ wie möglich" abhalten. Die Übung könne dazu führen, dass Nordkorea die Gelegenheit zu neuen Provokationen nutze, "zum Beispiel, um eine Mittelstreckenrakete auf Guam abzufeuern". Daraus könne sich ganz schnell eine weitere "Spirale der Gewalt" entwickeln.

"Diese Verantwortungslosigkeit macht fassungslos"

Die Nachbarländer Russland und China rief Gabriel auf, den Druck auf Nordkorea zu erhöhen. China ist einer der wenigen und zugleich wichtigster Unterstützer Nordkoreas. Es könne nicht im Interesse Chinas sein, so Gabriel, dass seine Nachbarstaaten sich mit Atomwaffen ausrüsteten, "um sich gegen den Wahnsinn Nordkoreas zu schützen". Am Ende stünden sich immer mehr Atommächte waffenstarrend gegenüber. "Das bedroht dann nicht nur Südostasien, sondern die ganze Welt. Auch uns in Europa."

Die Verantwortung für die Zuspitzung der Krise sieht Gabriel zuallererst beim nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Aber, sagt er, es sei die falsche Reaktion von US-Präsident Donald Trump, "vom eigenen Golfclub heraus das Inferno zu beschwören". Trump mache Urlaub und "redet nebenbei mal eben über Höllenfeuer und Wut". Gabriel weiter: "Ich gebe offen zu: Diese Verantwortungslosigkeit macht fassungslos." Mit Trump werde "die internationale Rechtsordnung in Frage gestellt". Und in dieses Vakuum "werden immer mehr Diktaturen stoßen".

Quelle: n-tv.de, asc/rts/dpa