Politik

Nach Nordkoreas Raketentest Gabriel will Sanktionen verschärfen

dff70fa7357143be93b6673993a71e34.jpg

Sigmar Gabriel verurteilt den nordkoreanischen Raketentest "auf das Schärfste".

(Foto: dpa)

Als Reaktion auf den zweiten nordkoreanischen Raketentest will Bundesaußenminister Gabriel die Sanktionen gegen Pjöngjang verschärfen. Man müsse zusammen mit der internationalen Gemeinschaft darauf eine "deutliche Antwort" geben.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat den erneuten nordkoreanischen Raketentest "auf das Schärfste" verurteilt. Das Land habe damit erneut in skrupelloser Weise gegen das Völkerrecht verstoßen und den regionalen und internationalen Frieden bedroht, erklärte der Minister. Die internationale Gemeinschaft müsse darauf eine "deutliche, gemeinsame Antwort" geben. Dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen komme dabei eine besondere Verantwortung zu.

"Deutschland setzt sich für eine Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea und deren konsequente Umsetzung ein", erklärte Gabriel. "Wir müssen auch darauf dringen, dass auch andere maßgebliche Partner die Sanktionen noch effizienter umsetzen. Unser Anliegen ist ein friedliches, stabiles Zusammenleben auf einer entnuklearisierten koreanischen Halbinsel", sagte Gabriel. Nordkorea müsse unverzüglich auf die internationale Gemeinschaft zugehen und an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Trump verurteilt Test als "rücksichtslos"

Die EU warf Pjöngjang "eine ernsthafte Bedrohung des internationalen Friedens" vor. Nordkorea habe damit gegen zahlreiche Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoßen, kritisierte der Auswärtige Dienst der Europäischen Union.

Am Freitag hatte Nordkorea eine Interkontinentalrakete erprobt, die Experten zufolge auch Los Angeles an der US-Westküste erreichen könnte. Die Staatsführung in Pjöngjang sprach nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA von einer "ernsten Warnung" an die USA, deren gesamtes Territorium getroffen werden könne. Es war das zweite Mal überhaupt, dass Nordkorea eine Interkontinentalrakete testete.

Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete, Machthaber Kim Yong Un habe seine große Zufriedenheit mit dem "vollkommen erfolgreichen" Test zum Ausdruck gebracht und sei voll des Lobes für die Konstrukteure. Der Test habe Nordkoreas Fähigkeiten demonstriert, "an jedem Ort und jederzeit" eine Rakete starten zu können. Der Staatschef habe erklärt, dass nun das "gesamte US-Festland innerhalb unserer Reichweite" liege. US-Präsident Donald Trump verurteilte den Test als "rücksichtslos und gefährlich". Er bekräftigte, seine Regierung werde "alle notwendigen Schritte" unternehmen, um die Sicherheit der USA zu gewährleisten.

Quelle: n-tv.de, vck/dpa/AFP

Mehr zum Thema