Politik
Auch Björn Höcke könne sich um den Vorsitz bewerben, betonte Jörg Meuthen.
Auch Björn Höcke könne sich um den Vorsitz bewerben, betonte Jörg Meuthen.(Foto: imago/Xinhua)
Dienstag, 03. Oktober 2017

Meuthen gegen Parteivorsitz: Gauland und Weidel sollen AfD nicht führen

Wer übernimmt künftig die Führung der AfD? Nach Frauke Petrys Abgang steht Jörg Meuthen allein an der Spitze der Partei. Gedanken zur Nachfolge macht er sich nach dem Ausschlussprinzip.

AfD-Chef Jörg Meuthen hat sich gegen die Übernahme des Parteivorsitzes durch die Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Alexander Gauland und Alice Weidel, ausgesprochen. Es spreche einiges für die Trennung von Amt und Mandat, sagte Meuthen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mit Blick auf eine Doppelfunktion als Partei- und Fraktionschef. "Aber ich bin kein Freund einer institutionellen Festschreibung einer solchen Trennung."

Meuthen selbst ist Vorsitzender der AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und nach dem Parteiaustritt von Frauke Petry alleiniger Vorsitzender der AfD.

Zu einem möglichen Parteichef Björn Höcke erklärte er: "Jedes Parteimitglied kann für den Bundesvorstand kandidieren." Höcke ist die Symbolfigur der völkisch-konservativen Bewegung in der AfD, der Kritiker Grenzüberschreitungen zum Rechtsextremismus vorwerfen. Höcke selbst geriet bundesweit unter anderem wegen abfälliger Äußerungen über das Holocaust-Mahnmal in Berlin und des Vorwurfs mangelnder Abgrenzung zur NPD in die Schlagzeilen.

Von Storch ruft zu Einheit auf

Die AfD wählt voraussichtlich im Dezember auf ihrem Parteitag in Hannover einen neuen Bundesvorstand. Meuthen hat bereits erklärt, dass er sich wieder zur Wahl stellen will.

Die AfD-Spitzenpolitikerin Beatrix von Storch hat ihre Partei zur Einigkeit aufgerufen. Es sei im Interesse der AfD, beide Strömungen einzubinden, sagte sie beim ersten bundesweiten Treffen der AfD-Strömung "Alternative Mitte", die sich für eine bürgerliche Positionierung der AfD einsetzt. Nationalkonservative und liberal-bürgerliche Kräfte müssten zusammenfinden, sagte die Partei-Vizechefin.

Den Austritt von Ex-Bundeschefin Frauke Petry und ihrem Ehemanns Marcus Pretzell sieht von Storch nicht als Gefahr für die Stärke der AfD. Abspaltungen seien in der Frühphase einer Partei nicht ungewöhnlich. Jetzt gebe es bei der AfD den Austritt eines Ehepaars: "Das war's."

Innerhalb der AfD heiße es nun: Keiner gehe, alle bleiben. "Es gibt nur diese eine AfD." Von Storch betonte weiter: "Rechtsextremismus und Antisemitismus haben in der AfD keinen Platz." Man müsse für die bürgerliche Mitte dauerhaft anschlussfähig bleiben, dazu könne die Strömung "Alternative Mitte" einen großen Beitrag leisten.

Quelle: n-tv.de

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