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007 auf EU-Ebene Geheimdienst-Akademie startet in Paris

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Auf allen Kanälen zu sehen: Am Tag seines Vorstoßes für eine EU-Reform eröffnet Macron die erste europäische Geheimdienst-Akademie.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Treffen ist alles andere als top secret: 30 europäische Länder schicken hochrangige Agenten nach Paris. Zum Auftakt der ersten europäischen Geheimdienst-Akademie findet Frankreichs Präsident visionäre Worte: Es geht um "gemeinsame Geheimdienstkultur". Da wollen sogar die Briten dabei sein.

Hochrangige Geheimdienstler aus 30 europäischen Ländern sind in Paris zusammengekommen, um sich über gemeinsame Strategien auszutauschen. "Ich bin überzeugt, dass wir in einigen Jahren auf den Tag schauen werden, an dem sich zum ersten Mal Vertreter der europäischen Geheimdienste im selben Raum versammelt haben", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beim Auftakt-Treffen des "Intelligence College in Europe".

Ziel der europäischen Geheimdienst-"Akademie" ist es, dass Geheimdienste mehr in den Blick staatlicher Entscheider in Europa rücken und Informationen untereinander besser austauschen. "Ich glaube, dass die bilaterale Zusammenarbeit, die zwischenstaatlichen Clubs und die Gemeinschaftsstrukturen noch effektiver sein werden, wenn wir eine gemeinsame Kultur der verschiedenen Nachrichtendienste schaffen", sagte Macron. Zum ersten Mal nehme nun eine Reaktion Europas auf Bedrohungen wie Terrorismus oder Cyberattacken Gestalt an.

Die Akademie ist zunächst einmal keine EU-Institution, sondern eine Initiative europäischer Staaten. Es geht laut Élyséekreisen nicht darum, gemeinsam Spione auszubilden oder gar einen europäischen Geheimdienst zu gründen, denn die "Dienste" sind in Europa Sache der Staaten.

Bei der neuen Akademie in Paris, deren Führung bisher noch nicht geregelt ist, machen laut Élyséekreisen alle EU-Staaten mit - auch das austrittswillige Großbritannien. Dazu kommen die nicht zur Europäischen Union gehörenden Nachbarn Schweiz und Norwegen. Zur Rede Macrons waren 300 Gäste angemeldet. Eingeladen waren Vertreter von Inlands-, Auslands- und Militärgeheimdiensten europäischer Länder.

Die Geheimdienst-"Akademie" hatte Macron bei seiner Sorbonne-Rede 2017 ins Spiel gebracht. Von seinen damals vorgetragenen Ideen ist nicht viel geblieben - viele Pläne wurden verwässert oder gar nicht erst umgesetzt. Am Tag seines neuerlichen Vorstoßes für eine umfassende Reform der EU kann Macron jedoch mit der Geheimdienst-Akademie zumindest einen Erfolg vorweisen.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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