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Maduro regiere "diktatorisch" General in Venezuela läuft zur Opposition über

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Neue Massenproteste könnten Maduro weiter unter Druck setzen.

(Foto: dpa)

Der Machtkampf in Venezuela spitzt sich zu. Ein hochrangiger Militärvertreter wechselt in das Lager der Opposition. Der Luftwaffengeneral gibt bekannt, dass er Juan Guaidó als Übergangspräsidenten anerkenne. Das Oberkommando der Luftwaffe reagiert prompt.

In Venezuela hat sich erstmals ein ranghoher Militär von Präsident Nicolas Maduro losgesagt und sich hinter den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaido gestellt. In einem auf Twitter verbreiteten Video rief Luftwaffen-General Francisco Yanez das Militär dazu auf, Maduro die Gefolgschaft zu versagen. Er prangerte zudem die "diktatorische" Präsidentschaft von Staatschef Nicolás Maduro an. Der Militär stellte sich als Planungschef der Luftwaffe vor und versicherte, dass 90 Prozent der Streitkräfte gegen Maduro seien.

Das Oberkommando der Luftwaffe reagierte prompt. Der venezolanische Luftwaffenchef, General Pedro Alberto Juliac Lartiguez, bezeichnete den Zwei-Sterne-General als "Verräter", der auch in Verbindung mit Korruptionsfällen stehe. Als Planungsoffizier habe er keine Truppen oder Flugzeuge unter seinem Befehl gehabt, schrieb Juliac Lartiguez auf seinem Twitter-Account.

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Der von den USA und einigen lateinamerikanischen Staaten als Übergangspräsident anerkannte Guaido hat für Samstag zu Massenprotesten gegen Maduro aufgerufen, der bislang noch die Unterstützung des Militärs hat. Die Proteste sollen laut Angaben der Opposition die größte in der Geschichte des Landes werden. Auch der linksnationalistische Präsident Nicolás Maduro rief seine Anhänger für Samstag auf die Straße.

Mit der Kundgebung will Guaidó auch das Ultimatum von mehreren europäischen Staaten, darunter Deutschland und Frankreich, an Maduro unterstützen: Sie haben dem bedrängten Linksnationalisten bis Sonntag Zeit gegeben, um Neuwahlen zur Präsidentschaft anzusetzen. Sollte er das nicht tun, wollen sie Guaidó als Interimsstaatschef anerkennen - so wie vor ihnen bereits die USA, Kanada, Israel und mehrere lateinamerikanische Staaten.

Angespannte Sicherheitslage

Die Sicherheitslage in Caracas ist angespannt, es werden Zusammenstöße befürchtet. Denn zeitgleich mit dem Marsch der Opposition will Maduro auf einer Massenkundgebung seiner Anhänger den 20. Jahrestag der "Bolivarischen Revolution" feiern, mit der sein Vorgänger Hugo Chávez den potenziell reichen Ölstaat auf einen sozialistischen Kurs brachte. Diese Kundgebung findet etwa zehn Kilometer vom Marsch der Opposition entfernt statt.

Die USA verstärkten derweil den Druck auf Maduro. "Die Zeit ist gekommen, Maduros Tyrannei ein für allemal zu beenden", sagte US-Vizepräsident Mike Pence am Freitag in einer Rede vor Exil-Venezolanern in Miami. "Es ist nicht die Zeit für Dialog, es ist die Zeit für Taten." Die Herrschaft des Linksnationalisten Maduro müsse "enden - und zwar jetzt". Die USA haben einen militärischen Einsatz gegen Maduro bisher nicht ausgeschlossen.

Quelle: n-tv.de, kst/AFP/rts

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