Politik

Unruhen in Tiflis Georgiens Präsidentin schaltet sich ein

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Präsidentin Salome Surabischwili warnt vor politischer Polarisierung in Georgien.

(Foto: imago images / Scanpix)

Nach dem Besuch einer russischen Delegation kommt es in Tiflis zu heftigen Protesten. 200 Menschen werden verletzt, mehr als 300 festgenommen. Die Furcht vor einer Einflussnahme Moskaus ist groß. Nun will Präsidentin Surabischwili persönlich vermitteln.

Nach den Ausschreitungen in der georgischen Hauptstadt Tiflis mit vielen Verletzten hat Präsidentin Salome Surabischwili vor weiterer Gewalt gewarnt. Sie sei bereit, mit allen politischen Kräften zusammenzuarbeiten, um ein öffentliches Einvernehmen zu erzielen, erklärt sie in einer vom Präsidialamt verbreiteten Mitteilung.

Die "politische Polarisierung" im Land müsse verringert werden. Es sei leicht zu erraten, wer ein Interesse an Spannungen und einer Destabilisierung Georgiens habe, sagte sie, ohne Russland anders als in früheren Äußerungen direkt zu erwähnen. Bei den Protesten in der Nacht zum Freitag wurden mehr als 200 Menschen verletzt. 52 von ihnen liegen noch immer in Krankenhäusern, wie georgische Medien berichteten.

Mehr als 300 Demonstranten wurden festgenommen. Tausende Menschen hatten versucht, das Parlament zu stürmen. Sicherheitskräfte hinderten sie daran. Eine weitere große Demonstration am Freitagabend blieb weitgehend friedlich. Heute Abend sollte wieder demonstriert werden.

Russland antwortet mit Reisewarnung

Auslöser war der Besuch einer russischen Delegation bei einer Tagung von Vertretern aus christlich-orthodoxen Ländern. Bei dem Treffen hielt der Duma-Abgeordnete Sergej Gawrilow von der Kommunistischen Partei eine Rede vom Platz des Parlamentspräsidenten aus. Es gab bei vielen Menschen die Sorge, dass Moskau mehr Einfluss in Georgien nehmen könnte. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind höchst angespannt. Es gibt keine diplomatischen Beziehungen mehr. 2008 führten Russland und Georgien einen kurzen Krieg gegeneinander.

Russland will als Reaktion auf die Ausschreitungen ab dem 8. Juli für eine bestimmte Zeit keine Passagiermaschinen mehr von Russland in die Kaukasus-Republik fliegen lassen. Reiseveranstaltern werde empfohlen, keine Flüge und Touren mehr in die frühere Sowjetrepublik anzubieten, hieß es in einem am Freitag von Präsident Wladimir Putin unterzeichneten Dekret. Georgien ist beliebt bei russischen Touristen. Ein Aussetzen der Flüge würde vor allem die Wirtschaft der Ex-Sowjetrepublik treffen.

Quelle: n-tv.de, fhe/dpa

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