Politik

Mehrere Soldaten verletzt Geschosse schlagen auf Basis im Irak ein

df3073c550259b4050fde0a940158348.jpg

Nicht nur der Iran, auch schiitische Milizen im Irak hatten den USA Rache geschworen am Tod von Soleimani (Archivbild).

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Erneut schlagen auf einem Militärstützpunkt im Irak Geschosse sein. Die Luftwaffenbasis soll auch von US-Truppen genutzt worden sein. Wer hinter dem Angriff steckt, ist bisher unklar. Mehrere irakische Soldaten werden dabei verletzt.

Auf der von US-Truppen genutzten Luftwaffenbasis Al-Balad im Irak sind acht Raketen des Typs Katjuscha eingeschlagen. Dabei seien vier irakische Soldaten verletzt worden, teilte das Militär der staatlichen Nachrichtenagentur INA zufolge mit.

Angaben aus dem Pentagon zufolge hielt sich zuletzt nur noch ein kleines Kontingent an US-Soldaten und Mitarbeitern von Rüstungsfirmen auf dem Stützpunkt auf. Die meisten US-Soldaten hätten die Basis bereits wegen des sich zuspitzenden Konflikts zwischen den USA und dem Iran verlassen. Wer hinter dem Angriff steckt, ist bisher unklar.

*Datenschutz

Was genau auf dem weitläufigen Flughafengelände von Al-Balad einschlug, ist noch unklar. Es kursieren unterschiedliche Angaben zur Art der verwendeten Geschosse. Die Polizei in der Provinz Salah al-Din etwa hatte zunächst mitgeteilt, dass es sich um neun Mörsergranaten gehandelt habe. Drei irakische Soldaten seien dabei verletzt worden, hieß es. Die Geschosse hätten das Rollfeld sowie den Eingangsbereich der Basis getroffen.

Der Militärstützpunkt Al-Balad liegt weniger als hundert Kilometer nördlich von Bagdad. Dort sind unter anderem F-16-Kampfflugzeuge stationiert, die der Irak von den USA gekauft hat. Auf dem Stützpunkt waren zuletzt auch ein kleines Kontingent der US-Luftwaffe und Mitarbeiter von US-Firmen stationiert. 90 Prozent der US-Soldaten und der Angestellten der US-Unternehmen Sallyport und Lockheed Martin seien bereits nach Tadschi und Erbil verlegt worden, sagte ein irakischer Militärvertreter. Derzeit seien in Al-Balad nur noch 15 US-Soldaten und ein Flugzeug stationiert.

Bundeswehr setzt Aufklärungsflüge aus

Die Luftwaffe hat im Rahmen des internationalen Einsatzes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) inzwischen auch ihre Aufklärungs- und Tankflüge eingestellt. Das teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Der letzte Aufklärungsflug habe am 7. Januar von Jordanien aus stattgefunden, hieß es. Das bei der Anti-IS-Mission eingesetzte deutsche Kontingent wird von der jordanischen Luftwaffenbasis Al-Asrak aus geführt. Von Jordanien aus war die Luftwaffe mit Tornado-Aufklärern und Tankflugzeugen am Einsatz gegen den IS beteiligt - darunter mit Flügen über Syrien und dem Irak.

RTX1L2B2.jpg

Rüstungstechnik aus den USA (Archivbild): Ein Kampfjet vom Typ F-16 der irakischen Streitkräfte.

(Foto: REUTERS)

Auch die deutsche Ausbildungsmission im Irak wurde nach der jüngsten Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran eingestellt. Ein Teil der im Irak eingesetzten deutschen Soldaten wurde deshalb nach Jordanien verlegt. Ende März soll der Einsatz der Flüge von Jordanien aus ganz eingestellt werden. Der übrige Teil des Mandates läuft weiter.

In den vergangenen Wochen waren im Irak mehrfach Raketen in der Nähe von Stützpunkten eingeschlagen, an denen US-Truppen stationiert sind. Davon war auch Balad getroffen. Der Verdacht richtet sich meistens gegen schiitische Milizen, die mit dem Nachbarland Iran verbündet sind. Sie wollen wie der Iran den Abzug der US-Truppen aus dem Land erreichen.

Raketen aufs Regierungsviertel

Auch im Stadtzentrum von Bagdad schlugen zuletzt mehrfach Raketen ein. Einige davon landeten in oder nahe dem Regierungsviertel, in dem unter anderem die US-Botschaft liegt. Berichte über Verletzte gab es dabei nicht.

Die Lage im Irak ist seit der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Luftangriff und einen Vergeltungsschlag des Iran gegen amerikanisch genutzte Militärstützpunkte sehr angespannt. Schiitische Milizen haben Vergeltung angekündigt für die Tötung Soleimanis und eines hohen irakischen Milizenführers, der bei dem US-Angriff ebenfalls ums Leben kam.

Der iranische Vergeltungsschlag in der Nacht auf Mittwoch hatte nach Angaben des Kommandeurs der Revolutionsgarden nicht zum Ziel, US-Soldaten zu töten. "Unser Ziel war nicht, feindliche Soldaten zu töten", sagte General Hossein Salami laut einem Bericht des iranischen Staatsfernsehens im Parlament. Der Iran habe mit den Angriffen zeigen wollen, "dass wir jeden Standort treffen können".

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP