Kanonenfutter für RusslandGhana beklagt getötete Staatsbürger im Ukraine-Krieg

Für seinen umfassenden Krieg in der Ukraine braucht Russland ständig neue Rekruten. Berichten zufolge bedient sich der Kreml dabei auch in verschiedenen afrikanischen Ländern. Doch die Männer sollen wie im Fall von über 50 Ghanaern auf falsche Versprechen hereingefallen sein.
In der Ukraine sind vermutlich 55 Ghanaer im Fronteinsatz für Russland getötet worden. Dies teilte der ghanaische Außenminister Sam Okudzeto Ablakwa nach einem Besuch in Kiew mit. Sein ukrainischer Amtskollege Andrij Sybiha habe ihn über die Todesopfer informiert. Insgesamt seien wohl 272 Ghanaer "in den Krieg gelockt worden", zwei davon befänden sich nun in Kriegsgefangenschaft.
Die Informationen seien "bedrückend und beängstigend", fügte Ablakwa an. Ghana könne seine Augen vor diesen "erschütternden Zahlen" nicht verschließen. Seine Regierung sei "entschlossen, alle illegalen Rekrutierungsprogramme im Dark Web, die innerhalb unserer Zuständigkeit betrieben werden, aufzuspüren und zu zerschlagen".
Die Ukraine hatte am Mittwoch erklärt, sie habe mehr als 1780 Bürger aus 36 afrikanischen Staaten in den Reihen der russischen Streitkräfte ausgemacht. Nach Südafrika waren erst in dieser Woche 15 Männer zurückgekehrt, die Berichten zufolge zum Kampfeinsatz gezwungen worden waren. Laut dem südafrikanischen Außenministerium wurden mindestens zwei Staatsbürger in der Ukraine getötet.
Auch AFP-Recherchen deuten auf den Einsatz von Menschen aus Afrika aufseiten der russischen Armee hin: Ende 2025 trafen Reporter in der Ukraine Kriegsgefangene aus Kenia, Togo, Kamerun und Nigeria.
Jüngst sprach AFP mit vier Kenianern, die nach dem Kampfeinsatz für Russland in ihr Heimatland zurückgekehrt waren. Sie gaben an, mit dem Versprechen auf lukrative zivile Arbeitsplätze nach Russland gelockt worden zu sein. Dort seien sie aber gezwungen worden, Arbeitsverträge mit der Armee zu unterschreiben, und seien nach minimaler Ausbildung an die Front geschickt worden.
Über 1000 Kenianer sind einem kenianischen Geheimdienstbericht zufolge von Russland für den Krieg in der Ukraine rekrutiert worden. Dies sind fünfmal mehr, als die Behörden bisher angenommen hatten.