Politik

Beschlagnahmung von Öltanker Gibraltar erteilt US-Anfrage eine Absage

123321695.jpg

Die "Grace 1" heißt inzwischen "Adrian Darya 1".

(Foto: picture alliance/dpa)

Die USA wollen einen iranischen Öltanker beschlagnahmen lassen. Dieser verstoße gegen die Sanktionen gegen die islamische Republik. Das Schiff ankert allerdings vor Gibraltar - und das britische Überseegebiet will dem Wunsch der Amerikaner nicht nachkommen.

Gibraltar lehnt es ab, den mit iranischem Öl beladenen Supertanker wie von den USA verlangt, zu beschlagnahmen. Die Verfügung eines Bundesgerichts in Washington sei "untrennbar" mit den Sanktionen der USA gegen den Iran verbunden, die aber mit denen der Europäischen Union nicht vergleichbar seien, berichtet die Zeitung "Gibraltar Chronicle" auf ihrer Internetseite. Deshalb sei die Regierung der britischen Exklave nicht in der Lage, dem Gesuch der USA nachzukommen.

Bei dem Schiff handelt es sich um den Tanker "Grace 1", der inzwischen in "Adrian Darya 1" umbenannt wurde. Das US-Justizministerium gab als Gründe für die Beschlagnahmung mutmaßliche Verstöße gegen US-Sanktionen, Geldwäschegesetze sowie Terrorismusstatuten an.

Das oberste Gericht in Gibraltar hatte aber schon zuvor am Donnerstag bekanntgegeben, den vor etwa sechs Wochen festgesetzten Supertanker freizugeben. Am Sonntagnachmittag ankerte der Supertanker immer noch vor Gibraltar an der Südspitze der iberischen Halbinsel.

Das Schiff wartete dem "Gibraltar Chronicle" zufolge auf eine neue Besatzung. Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den Tanker am 4. Juli vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen an Syrien festgesetzt. Das britische Außenministerium betonte, der Iran müsse sich nun an seine Zusicherung halten, die Ladung nicht nach Syrien zu bringen - dies wäre ansonsten ein Verstoß gegen EU-Sanktionen.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

Mehr zum Thema