Politik

Nach dem Brexit Gibraltar erwägt Schengen-Beitritt

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Gibraltar ist seit Anfang des 18. Jahrhunderts britisches Überseegebiet.

(Foto: imago/i Images)

Rund 14.000 Menschen passieren täglich die Grenze zwischen Spanien und Gibraltar, viele von ihnen auf dem Weg zur Arbeit. Ihr Weg könnte sich nach dem Ende der Brexit-Übergangsperiode beschwerlicher gestalten. Ein Beitritt zum Schengen-Raum könnte die Lösung sein.

Gibraltar erwägt einen Beitritt zum Schengen-Raum, um auch nach dem Brexit einen reibungslosen Grenzverkehr zu ermöglichen. "Ergibt es für die EU Sinn, dass 2,5 Quadratmeilen an der südlichsten Spitze der Iberischen Halbinsel für EU-Bürger nicht zugänglich sein sollten? Ich glaube nicht", sagte Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo am Freitag.

Nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU am 31. Januar beginnt eine Übergangsperiode bis Ende 2020, in der das Königreich und die EU über ihre künftigen Beziehungen verhandeln. Für die britische Exklave Gibraltar im Süden Spaniens ist die Frage der Grenzregelung bei den Verhandlungen von entscheidender Bedeutung. Zahlreiche Bewohner der Gegend überqueren täglich die Grenze, etwa 14.000 auf dem Weg zur Arbeit.

In Anspielung auf Liechtenstein sagte Picardo, auch andere europäische Kleinststaaten nutzten die Vorteile des Schengener Abkommens, ohne vollständig Teil des Schengener Informationssystems zu sein. Ein Beitritt Gibraltars wäre "ein positiver Schritt".

Der Schengen-Raum umfasst 26 Länder: 22 EU-Mitgliedstaaten und vier weitere europäische Länder. An ihren Grenzen entfallen Pass- und Grenzkontrollen. Sechs EU-Länder, darunter Großbritannien, Bulgarien und Kroatien, sind nicht Teil des Schengen-Raums.

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Gibraltar gehört seit 1713 zu Großbritannien, wurde aber regelmäßig von Spanien zurückgefordert. In den vergangenen Jahren - insbesondere seit die Briten 2016 den Brexit beschlossen - habe sich aber die "traditionelle Haltung" Spaniens geändert, sagte Picardo. So habe der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez signalisiert, über "die ewige Frage der Souveränität" hinausgehen und stattdessen Möglichkeiten zur "Verbesserung der Wirtschaft in der Region" in den Blick zu nehmen zu wollen.

Quelle: ntv.de, ino/AFP