Politik

CDU pocht darauf Giffeys Doktorarbeit soll neu geprüft werden

Die FU Berlin will spätestens bis Februar 2021 mit der Prüfung von Giffeys Doktorarbeit durch sein.

Die FU Berlin will spätestens bis Februar 2021 mit der Prüfung von Giffeys Doktorarbeit durch sein.

(Foto: imago images/photothek)

Familienministerin Franziska Giffey will wegen anhaltenden Plagiatsvorwürfen ihren Doktortitel nicht mehr tragen. Trotzdem kündigt die Freie Universität Berlin nun an, ihre Arbeit erneut zu prüfen.

Obwohl Bundesfamilienministerin Franziska Giffey nach Diskussionen um ihre Dissertation auf das Führen ihres Doktortitels verzichtet, prüft die Freie Universität Berlin die umstrittene wissenschaftliche Arbeit erneut. Das teilte die Universität am Mittwochabend mit. Es solle nun untersucht werden, ob in der Abwägung nach Abschluss des ersten Prüfverfahrens die richtige Entscheidung getroffen worden sei. Es bestehe der Wunsch, das Verfahren - ungeachtet der Komplexität - möglichst in der Vorlesungszeit des Wintersemesters abzuschließen. Im Herbst 2019 hatte sich die Universität gegen eine Aberkennung des Doktortitels entschieden, Giffey aber eine Rüge erteilt.

Die Familienministerin hatte am Freitag erklärt, sie verzichte auf das Führen ihres Doktortitels. Der Hintergrund für diesen Schritt: Die Freie Universität (FU) hatte zuvor angekündigt, sie wolle das Prüfverfahren um ihre Doktorarbeit neu aufrollen. Giffey hatte weitere Konsequenzen ausgeschlossen. Sie will an ihrer Kandidatur für den Berliner SPD-Landesvorsitz am 27. November festhalten. Sie sei nicht bereit, das neue Prüfverfahren zum Gegenstand politischer Auseinandersetzung zu machen.

Im August vergangenen Jahres hatte sie angekündigt, ihr Ministeramt im Fall einer Aberkennung des Doktortitels niederzulegen. Parteifreunde stellten sich hinter Giffey, während Politiker der Opposition und der CSU ihr den Rücktritt nahelegten. Auch Giffeys Vorgänger im Amt des Bürgermeisters von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky von der SPD, befand, sie müsse die Konsequenzen ziehen, "die sie selbst vor gut einem Jahr angekündigt hat".

Ein Sprecher der FU hatte am Freitag mitgeteilt, man habe Giffeys Schreiben zur Kenntnis genommen und die FU prüfe nun mögliche Auswirkungen auf das Verfahren. Die CDU-Spitze hatte nach dem Verzicht der SPD-Ministerin auf das Führen ihres Doktortitels auf eine Fortsetzung des Prüfverfahrens gepocht. "In der Causa Giffey ist im Interesse der Integrität unseres Wissenschaftssystems eine abschließende Überprüfung und Bewertung unerlässlich", sagte die Vorsitzende des CDU-Bundesfachausschusses Bildung, Forschung und Innovation, Karin Prien, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa/AFP