Politik

Fingierte Dienstreisen? Giffeys Ehemann verliert Beamtenjob

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Hoffnungsträgerin der SPD in Bedrängnis: Giffeys Ehemann wurde als Beamter des Landes Berlin entlassen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Vorwurf klingt harmlos: Schummelei. Doch Familienministerin Giffey musste deshalb bereits monatelang um ihren Doktortitel bangen. Nun soll ihr Ehemann geschummelt und Dienstreisen abgerechnet haben, die es nicht gab. Seinen Beamtenjob im Landesamt für Gesundheit und Soziales ist er bereits los.

Familienministerin Franziska Giffey muss eine weitere Feuerprobe bestehen. Nachdem die SPD-Politikerin ein Verfahren zur Aberkennung ihres Doktortitels mit einer Rüge vergleichsweise glücklich überstanden hat, droht ihr jetzt handfester familiärer Ärger. Laut einem Bericht des "Business Insider" wurde ihr Ehemann als Beamter im Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales entlassen, weil er mutmaßlich bei Dienstzeiten geschummelt und fingierte Dienstreisen abgerechnet haben soll.

Ein Sprecher des Berliner Verwaltungsgerichts bestätigte ntv.de, dass Karsten Giffey "aus dem Dienst entfernt" wurde. Das entsprechende Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts liege noch nicht schriftlich vor, deshalb könne er zu den Urteilgründen nichts sagen. Außerdem könne Giffey gegen die Kündigung Berufung einlegen. Die Entscheidung zur Auflösung des Beamtenverhältnisses sei bereits am 12. Dezember gefällt worden, das schriftliche Urteil erwarte man in den kommenden Wochen.

Karsten Giffey war dem "Tagesspiegel" zufolge im Landesamt für Gesundheit und Soziales als Veterinärmediziner tätig und in einem Referat zusammen mit zwei anderen Medizinern für Tierimpfstoffe zuständig. Er soll außerdem Experte für Lebensmittelsicherheit sein, empfing beispielsweise im November eine chinesische Delegation zu einem Austausch.

Beim Plagiatsverdacht gegen ihre Doktorarbeit war die Freie Universität Berlin im Oktober zu dem Schluss gekommen, dass es in ihrer Dissertation zwar Mängel gebe, dass das Gesamtbild die Entziehung des Doktorgrades aber nicht rechtfertige. Die Ministerin hatte ein bewusstes Plagiat immer zurückgewiesen und gesagt, sie habe die Doktorarbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Wegen des schwebenden Verfahrens hatte sie auf eine Kandidatur für den SPD-Vorsitz verzichtet. Sie gilt jedoch weiterhin als Hoffnungsträgerin der SPD und wird von Berliner Medien etwa als künftige Berliner Regierende Bürgermeisterin gehandelt. Franziska und Karsten Giffey sind seit 2008 verheiratet. Im Jahr 2009 kam ihr Sohn zur Welt.

Quelle: ntv.de, mau