Politik

Schuldenkrise in Athen Gläubiger halten neues Geld zurück

Weil Griechenlands Premier Tsipras Reformen nicht pünktlich oder nur schleppend umsetzt, verweigern internationale Geldgeber dem Land ausstehende Kreditzahlungen. Die für Oktober geplante Auszahlung von zwei Milliarden Euro liegt auf Eis.

Angesichts der Flüchtlingskrise ist die Situation in Griechenland ein wenig in den Hintergrund gerückt, doch die Lage im pleitebedrohten Land bleibt heikel. Weil die griechische Regierung vereinbarte Reformen nicht umsetzt, verweigern die Geldgeber offenbar vorläufig die nächste Kreditzahlung.

"Die für Oktober geplante Auszahlung der ersten zwei der verbleibenden drei Milliarden Euro aus der ersten Tranche verzögert sich", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" einen hohen EU-Beamten. Die Überweisung nach Athen werde wohl erst im November erfolgen. Es spreche jedenfalls nichts dafür, dass das Geld noch diese Woche fließen werde, heißt es den Angaben zufolge in Brüssel.

Athen liege bei der Umsetzung der vereinbarten Reformen nicht im Zeitplan, berichtet die Zeitung. Erst 14 der 48 "Milestones" genannten Schritte wurden bislang beschlossen. An deren Umsetzung sind die Auszahlungen gekoppelt. Dadurch verschieben sich auch andere Termine. So hinken etwa die Gespräche über eine Reform des Banken- und Finanzsystems dem ursprünglich vereinbarten Zeitplan hinterher, heißt es weiter.

Im Gegenzug für weitere Finanzhilfen der internationalen Geldgeber im Umfang von 86 Milliarden Euro hatte sich Griechenland im Juli zu weiteren Einsparungen, Strukturreformen und Privatisierungen verpflichtet. Die Gläubiger rechnen dabei mit einem Zielwert von 50 Milliarden Euro binnen 35 Jahren.

Vor einer Woche hatte das griechische Parlament eine Reihe weiterer Sparmaßnahmen beschlossen, mit denen das Land die Auflagen seiner Gläubiger erfüllen will. Geplant sind unter anderem weitere Steuererhöhungen und Einschnitte bei den Renten. Regierungschef Alexis Tsipras will die Gläubigerauflagen erfüllen, damit die Euro-Partner das notwendige Geld geben, um die Rekapitalisierung der angeschlagenen Banken bis Ende des Jahres abzuschließen. Danach soll nach seinen Vorstellungen die Debatte über Schuldenerleichterungen starten.

Quelle: ntv.de, dsi/AFP/dpa

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