Politik

Werft meldet Mehrbedarf "Gorch Fock"-Sanierung teurer als gedacht

93088570.jpg

Die "Gorch Fock" liegt abgedeckt im Schwimmdock der Bredo-Werft in Bremerhaven.

(Foto: picture alliance / Ingo Wagner/d)

Für rund 75 Millionen Euro will die Bundeswehr die "Gorch Fock" sanieren. Doch die zuständige Werft meldet Probleme und braucht mehr Geld. Die Bundeswehr prüft die Forderung, kann einen Stopp des Projekts aber nicht ausschließen.

Die Sanierung des maroden Segelschulschiffs "Gorch Fock" wird mehr kosten als bislang kalkuliert. Die Werft habe "für die weitere, zeitgerechte Instandsetzung einen finanziellen Mehrbedarf" angemeldet, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz. Die Bundeswehr prüfe aktuell die Forderung. "Erst anschließend wird eine Entscheidung getroffen." Würde das Projekt gestoppt, droht der "Gorch Fock" die Abwrackung.

Der Dreimaster wird zurzeit in der Bremerhavener Bredo Werft repariert. Vor allem die Rumpfbeplankung muss erneuert werden. Bislang waren Kosten in Höhe von rund 75 Millionen Euro eingeplant. Laut "Kieler Nachrichten" könnte die Summe nun auf mehr als 100 Millionen Euro erhöhen. Das Bundesamt selbst machte dazu keine Angaben.

Bereits seit geraumer Zeit steht fest, dass der Offiziersnachwuchs der Marine seine Segelgrundausbildung auch 2018 nicht auf der "Gorch Fock" absolvieren kann. Die Marine ging bislang davon aus, dass die umfangreichen Arbeiten an Rumpf und Oberdeck bis weit ins laufende Jahr andauern werden und die Bark der Marine frühestens Ende des dritten Quartals 2018 wieder zur Verfügung stehen wird. Nach der Rückkehr aus der Werft soll zunächst nur die Stammbesatzung an Bord gehen, Offiziersanwärter erst 2019. Die Marine prüft deshalb einen Ersatz.

Wegen des Ausfalls der Bark waren deutsche Offiziersanwärter bereits im vergangenen Jahr mit dem rumänischen Großsegler "Mircea" zu einer Ausbildungsfahrt in See gestochen. Beide Segler sind Schwesterschiffe, die bei Blohm & Voss in Hamburg gebaut wurden.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa

Mehr zum Thema