Politik

Ende der Chaos-Sanierung Gorch Fock kehrt 2021 zurück

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Von der alten Schönheit der Gorch Fock ist aktuell nicht viel zu sehen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Dubiose Nebengeschäfte, Kostenexplosionen - bei der Sanierung der Gorch Fock ging vieles schief. Ab dem kommenden Jahr soll das Segelschulschiff wieder mit seiner eigentlichen Funktion in den Nachrichten stehen. Das Verteidigungsministerium nennt endlich einen Fertigstellungstermin.

Die von Pannen und Kostenexplosionen begleitete Sanierung des Segelschulschiffs "Gorch Fock" soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Als genaues Enddatum nannte ein Sprecher im Bundesministerium für Verteidigung den 22. Dezember 2020. "Aus heutiger Sicht ist das der Termin. Wir gehen davon aus, dass wir das bis Ende des Jahres gepackt haben", sagte er in Berlin. Die Ausbildung der Marinekadetten auf dem Traditionssegler solle 2021 wieder aufgenommen werden. Seit Jahren hat sich die Fertigstellung des Schiffes immer wieder verschoben.

Die Marine bringt ihren Offiziersanwärtern auf dem 62 Jahre alten Dreimaster traditionelles Seemannshandwerk bei. Seit Ende 2015 hat die "Gorch Fock" allerdings die meiste Zeit auf dem Trockenen verbracht. In der Zeit hat sich die Generalüberholung des Dreimasters zu einem Debakel für die Marine und die Elsflether Werft entwickelt, die insolvent ging.

Weil das Schiff maroder war als gedacht, stiegen die Kosten von geplant 10 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro. Zeitweise stand sogar ein Abwracken der "Gorch Fock" im Raum. Seit Oktober 2019 hat die Lürssen-Werft in Bremen den Auftrag, den Segler fertig zu bauen. In diesem Jahr üben die Kadetten auf dem gecharterten zivilen Segelschiff "Alexander von Humboldt II".

Die Elsflether Werft hatte Geld von der Marine in dubiose Nebengeschäfte gesteckt. Die Staatsanwaltschaft untersucht das Geschäftsgebaren der beiden Ex-Vorstände. Auch mehrere Gerichte beschäftigen sich mit dem Debakel.

Quelle: ntv.de, chr/dpa