Politik

Sjewjerodonezk unter Dauerfeuer Gouverneur: Ukrainische Truppen halten Chemiewerk

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Rauchsäulen steigen aus der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk auf.

(Foto: REUTERS)

Die ukrainischen Einheiten in Sjewjerodonezk leisten weiterhin Widerstand. Nach Behördenangaben kontrollieren die Verteidiger noch immer die Fabrik Azot, wo sich Hunderte Zivilisten verstecken. Unterdessen meldet Kiew abgewehrte Angriffe russischer Truppen auf den Verkehrsknotenpunkt Bachmut.

Im Osten der Ukraine dauern die Kämpfe um die Großstadt Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk an. Die Lage dort sei die schlimmste im ganzen Land, sagte der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, in einer Videoansprache. "Es ist unmöglich, den Beschuss zu zählen."

Viele Ortschaften in der Region stünden unter Feuer, sagte Hajdaj. Besonders schwierig sei die Situation in dem Ort Toschkiwka südlich des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk. Dort versuchten die russischen Angreifer eine Verteidigungslinie zu durchbrechen. Teils hätten es die ukrainischen Streitkräfte geschafft, den Feind aufzuhalten.

In Sjewjerodonezk wurde die Chemiefabrik Azot beschossen, wie Hajdaj weiter sagte. Das Industriegelände sei aber weiterhin unter ukrainischer Kontrolle. "Azot ist nicht blockiert. Die Kämpfe finden in den Straßen neben der Fabrik statt", sagte Hajdaj im Fernsehen. Zuvor hatten die prorussischen Separatisten mitgeteilt, Zivilisten, die in den Bunkern der Industrieanlage Schutz gesucht hatten, hätten das Werksgelände verlassen.

Hajdaj zufolge haben viele Menschen sich in Schutzbunker begeben, weil russische Truppen gezielt Wohnviertel mit schwerer Artillerie beschießen. "Wahrscheinlich wollen alle jetzt fliehen, aber eine solche Möglichkeit gibt es aktuell nicht", sagte Hajdaj. Nach ukrainischen Angaben haben sich rund 800 Menschen in mehreren Bunkern unterhalb des Azot-Werks in Sicherheit gebracht, darunter etwa 200 Mitarbeiter des Werkes und 600 Einwohner der Stadt.

Laut dem ukrainischen Generalstab in Kiew sind bei den Kämpfen im Donbass die russischen Truppen im Bereich des wichtigen Verkehrsknotenpunkts Bachmut zurückgedrängt worden. Es seien bis zu 150 Angreifer "vernichtet" worden. Von unabhängiger Seite überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Der Generalstab in Kiew meldete eine Vielzahl von Kämpfen im Osten des Landes, darunter besonders auch in der Region Slowjansk im Gebiet Donezk. Immer wieder gebe es auch Luftangriffe gegen zivile Infrastruktur, hieß es.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/rts

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