Politik

Ku-Klux-Klan-Bild von 1984 Gouverneur bestreitet, Mann auf Foto zu sein

522ca853da10f9f57c7fc6185ba85c77.jpg

Northam und seine Ehefrau auf der eigens einberufenen Pressekonferenz.

(Foto: REUTERS)

Virginias Gouverneur will doch nicht auf einem als rassistisch kritisierten Foto abgebildet sein. Das erklärt Northam, nachdem seine Entschuldigung nicht zu einem Ende der Rücktrittsforderung führt. US-Präsident Trump wittert eine vertane Chance.

Der Gouverneur von Virginia ist nach eigenen Angaben doch nicht auf einem umstrittenen Foto aus dem Jahr 1984 zu sehen, das zu Rücktrittsforderungen gegen ihn geführt hat. Das Bild zeigt zwei nicht identifizierbare Personen auf einer Party - eine mit schwarz geschminktem Gesicht in versuchter Nachahmung eines Afroamerikaners, die andere in der typischen Kutte des rassistischen Ku-Klux-Klans.

4e69ca7469bc2c23d2b5f2ad28241da8.jpg

Dieses Foto ist auf Northams Jahrgangsbuch-Seite abgedruckt.

(Foto: dpa)

In einer ersten Stellungnahme hatte der Demokrat Ralph Northam am Freitag noch erklärt, das Foto zeige ihn "in einem Kostüm, das eindeutig rassistisch und beleidigend ist". Er könne sich für sein "verletzendes" Verhalten aus heutiger Sicht nur entschuldigen. Vergleiche mit dem Ku-Klux-Klan und das Schwarzschminken von Gesichtern gelten in der US-Gesellschaft als absolutes Tabu. Deshalb hagelte es Rücktrittsforderungen, auch aus Northams eigener demokratischer Partei.

Am Samstag sagte Gouverneur Northam dann bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz an der Seite seiner Ehefrau: "Das bin definitiv nicht ich." Er habe recherchiert und Familienmitglieder sowie Studienfreunde befragt und herausgefunden, dass er zur fraglichen Zeit gar nicht in Virginia war. Er habe das Jahrbuch auch nicht gekauft.

Seine Kritiker vermochte er damit nicht zu besänftigen. Die Senatoren Tim Kaine und Mark Warner - einst selbst Gouverneure von Virginia - erklärten nach der Pressekonferenz ihres Parteifreunds, er sei nicht länger tragbar und müsse zurücktreten.

Selbst US-Präsident Donald Trump schaltete sich ein und rügte Northams Verhalten auf Twitter als "unverzeihlich". Außerdem ließ er eine Spitze gegen das Wahlkampfteam des Republikaners Ed Gillespie los, der Northam bei der Gouverneurswahl 2017 unterlegen war: Gillespie sollte seine damaligen Helfer wegen "Pflichtversäumnis" zur Rechenschaft ziehen, schrieb Trump. "Wenn sie dieses schreckliche Bild vor der Wahl entdeckt hätten, hätte er mit 20 Prozentpunkten Vorsprung gewonnen!"

Quelle: n-tv.de, shu/dpa

Mehr zum Thema