Politik

Flüchtlingsandrang stoppen Griechenland verstärkt seine Grenze

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Migranten stehen hinter einem Stacheldrahtzaun nahe des griechisch-türkischen Grenzübergangs von Kastanies.

(Foto: picture alliance/dpa)

Als der türkische Staatschef Erdogan die Grenze für offen erklärt, sorgt das für einen starken Flüchtlingsandrang. Zehntausende Migranten versuchen, über Griechenland in die EU zu gelangen. Die Spannungen verschärft sich weiter. Jetzt kündigt Athen an, drei Grenzabschnitte besser sichern zu wollen.

Griechenland will wegen des Flüchtlingsandrangs an der Grenze zur Türkei seinen Grenzzaun ausbauen. Wie aus Regierungskreisen in Athen verlautete, soll der Zaun an drei Grenzabschnitten um 36 Kilometer verlängert werden. Auch der bereits bestehende Zaun solle verstärkt werden, sagte ein Regierungsvertreter.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte vergangene Woche nach einer Eskalation des Konflikts in der nordsyrischen Provinz Idlib die Grenzen zur EU für geöffnet erklärt. Dies sorgte für einen starken Flüchtlingsandrang an der türkisch-griechischen Grenze. Zehntausende Migranten versuchten, nach Griechenland und damit in die EU zu gelangen.

Am Wochenende hatten sich die Spannungen an der Grenze verschärft. Die griechische Polizei setzte mehrfach Tränengas gegen Migranten ein, die versuchten, in der Grenzprovinz Edirne Zäune zu durchbrechen. Die Migranten warfen mit Steinen. Wie aus griechischen Polizeikreisen verlautete, bekam die Polizei an der Grenze in den vergangenen Tagen Verstärkung. Auch Drohnen und Polizeihunde wurden demnach an die Grenze geschickt.

Die türkischen Sicherheitskräfte setzten wiederholt Tränengas gegen die griechische Grenzpolizei ein. Athen hat der türkischen Polizei zudem vorgeworfen, die Migranten mit Seitenschneidern zum Durchschneiden des Grenzzauns auszustatten. Die griechische Regierung veröffentlichte am Wochenende zudem Videoaufnahmen, auf denen ein türkisches Panzerfahrzeug zu sehen sein soll, das dabei hilft den Grenzzaun zu durchbrechen.

"Teile des Zauns wurden entfernt, sowohl mit dem Fahrzeug als auch mit Seitenschneidern", sagte der Polizist Elias Akidis im Sender Skai TV. Der Grenzzaun werde aber "ständig" repariert. Die Türkei warf wiederum griechischen Sicherheitskräften vor, mindestens fünf Flüchtlinge getötet zu haben. Griechenland wies dies zurück.

Quelle: ntv.de, jki/AFP