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Kampfjets beider Länder steigen auf Griechischer Minister provoziert die Türkei

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Kammenos mit einem der Kränze: Ohne Not rührt der frisch ins Amt gekommene Verteidigungsminister an alten Wunden.

(Foto: AP)

Bislang legt sich die neue griechische Regierung vor allem mit den Euroländern, der EU und Deutschland an. Nun gibt es auch ein Duell am Himmel mit dem alten Feind Türkei. Der neue rechte Verteidigungsminister provoziert einen militärischen Zwischenfall.

Der neue griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos hat mit einem Überflug von Inseln vor der türkischen Küste einen Luftwaffeneinsatz beider Staaten ausgelöst. Kammenos, Vorsitzender der rechtsnationalistischen Partei "Wahre Griechen" flog mit einem Hubschrauber über die unbewohnte Imia-Insel, die von türkischer Seite Kardak genannt werden.

Die karge Insel steht seit knapp 20 Jahren im Mittelpunkt eines erbitterten Streits um Gebietsansprüche in der östlichen Ägäis. 1996 wäre es nach provokanten Aktionen von beiden Seiten beinahe zu einem Krieg zwischen den beiden Nato-Staaten gekommen. Die Gebietssstreitigkeiten gelten als Auslöser für eine kostspielige Rüstungsspirale, die auf griechischer Seite über verhältnismäßig hohe Rüstungsausgaben erheblich zur Staatsverschuldung beigetragen haben.

Provokativer Verteidigungsminister

Mit seiner Aktion riskierte Verteidigungsminister Kammenos neue Spannungen. Er habe Kränze im Gedenken an die Opfer eines Hubschrauberabsturzes vor 19 Jahren abgeworfen, wie sein Ministerium mitteilte. Der Hubschrauber war im Zusammenhang mit Aktionen rund um einen Flaggenstreit abgestürzt. Zum Zeitpunkt des Unglücks war die Insel Imia/Kardak von einem Trupp türkischer Soldaten besetzt.

Kammenos symbolischer Kranzabwurf hätte leicht in eine bewaffnete Auseinandersetzung eskalieren Können: Türkische Jagdflieger seien aufgestiegen und hätten den griechischen Luftraum verletzt, hieß es aus Athen. Als Reaktion darauf seien eigene Kampfflugzeuge aufgestiegen. Auf türkischer Seite wurde die Verletzung des Luftraums nicht bestätigt.

Außenpolitisch fragwürdige Aktion

Zwischen den beiden Nato-Staaten kommt es immer wieder zu Spannungen. Unter anderem ist umstritten, wem die Inseln sieben Kilometer vor der türkischen Küste gehören. Griechenlands neuer Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte angekündigt, die Beziehungen zur Türkei verbessern zu wollen.

Seine linke Syriza war überraschend mit den rechtsnationalen Wahren Griechen eine ungewöhnliche Links-Rechts-Koalition eingegangen. Die beiden Parteien verbindet hauptsächlich die Ablehnung des internationalen Sparprogramms.

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Quelle: n-tv.de, mmo/vpe/dpa

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