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Zwischenfall im Mittelmeer Griechisches Militär feuert Warnschüsse ab

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Griechisches Militär an der Grenze zur Türkei: Athens Verteidigungsminister Panos Kammenos, hier bei einem Truppenbesuch Anfang April.

(Foto: AP)

Riskante Aktion an der EU-Außengrenze: Vor der Küste der Türkei löst ein türkischer Hubschrauber Alarm aus. Im Tiefflug soll die Maschine eine griechische Insel angesteuert haben, heißt es aus Athen. Die Griechen greifen zur Waffe.

Griechische Soldaten haben Warnschüsse abgegeben, um einen Hubschrauber der türkischen Küstenwache zur Umkehr zu zwingen, der sich im Tiefflug der griechischen Insel Ro an der Südküste der Türkei näherte. Dies berichtete das griechische Staatsradio ERT unter Berufung auf Informationen aus dem Verteidigungsministerium in Athen.

Ein Offizier der Küstenwache bestätigte den Vorfall auf Anfrage. "Die Soldaten haben nach Vorschrift gehandelt", erklärte er. Eine offizielle Stellungnahme des griechischen Militärs gab es zunächst nicht.

Der Zwischenfall, bei dem auch Leuchtspurmunition eingesetzt worden sei, habe sich am Montagabend gegen 22.30 Uhr Ortszeit ereignet und dauerte nur wenige Minuten, hieß es aus Kreisen des Verteidigungsministeriums weiter.

Konflikt zwischen Nato-Partnern

Die rund 2,6 Quadratkilometer große Insel Ro gehört der griechischen Inselgruppe Megisti (auch Kastelorizo) an, die sich nur wenige Kilometer vor der türkischen Mittelmeerküste befindet. Auf der Insel ist eine kleine Einheit des griechischen Heeres stationiert. Einwohner gibt es nicht.

Der Vorfall dürfte die Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei weiter belasten: Die beiden Nachbarstaaten streiten sich seit Jahrzehnten um Hoheitsrechte im Mittelmeer und den genauen Grenzverlauf in der Ägäis. Ankara stellt den Status zahlreicher griechischer unbewohnter und bewohnter Inseln infrage. Im Hintergrund schwelt zwischen den beiden Nato-Partnern zudem der ungelöste Konflikt um Zypern.

Blanke Nerven an der EU-Außengrenze

An einem Grenzfluss im Nordosten Griechenlands hatte das türkische Militär Anfang März zwei griechische Soldaten festgenommen, die seitdem in der Türkei unter Spionageverdacht in Haft sitzen. Die griechische Seite beteuert in diesem Fall, die beiden Soldaten hätten sich bei dem Vorfall lediglich im Nebel verirrt und dabei unbeabsichtigt die Grenzlinie übertreten.

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass sich griechische und türkische Einheiten in der Ägäis gefährlich in die Quere kommen. Erst Mitte Februar hatte ein türkisches Küstenwachschiff im Südosten der Ägäis ein griechisches Schiff gerammt. Anfang April ordnete der griechische Verteidigungsminister Panos Kammeno die Entsendung zusätzlicher Einheiten ins griechisch-türkische Grenzgebiet an.

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Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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