Politik
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Freitag, 12. Januar 2018

Neue Rolle für Özdemir gesucht: Grünenfraktion verpasst ihren Chefs Dämpfer

Die Bundestagsfraktion der Grünen bestätigt ihre Vorsitzenden Anton Hofreiter und Katrin Göring-Eckardt in ihren Ämtern - mit sichtbar geringer Begeisterung. Für den scheidenden Parteichef Cem Özdemir wird noch nach einer passenden Funktion gesucht.

Die neue Bundestagsfraktion der Grünen wird von Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter angeführt. Die bisherigen Fraktionsvorsitzenden erhielten bei ihrer Wiederwahl jedoch einen Dämpfer. Göring-Eckardt bekam 42 Stimmen, Hofreiter 41 von 63 abgegebenen Stimmen, teilte ein Teilnehmer mit. Gegenkandidaten gab es nicht.

2013 hatte der Parteilinke Hofreiter bei der Wahl zum Fraktionsvorsitz noch rund 80 Prozent der Stimmen erhalten, die Realo-Vertreterin Göring-Eckardt bei einer Gegenkandidatin 65 Prozent.

Damit sind in der Fraktionsspitze weiter beide Parteiflügel bedient: Göring-Eckart vertritt die Realos, Hofreiter steht für den linken Flügel. Der Spitzenkandidat und scheidende Parteichef Cem Özdemir stellte sich nicht zur Wahl. Der Realo hatte vergangenes Wochenende eingeräumt, chancenlos zu sein.

Laut den Statuten der Grünen muss mindestens einer der beiden Fraktionsvorsitzenden eine Frau sein. Gegen Göring-Eckardt wollte aber niemand antreten. Gegen Hofreiter wollte Özdemir nicht kandidieren, weil einer der beiden Posten im Fraktionsvorsitz nach dem innerparteilichen Proporz dem linken Flügel zusteht. Özdemir soll nun eine "herausragende Stellung" bekleiden, die jedoch noch gefunden werden muss.

Quelle: n-tv.de