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Vorschlag der Rentenchefin Grundrente an Wohnort koppeln

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Wer auf dem Dorf lebt, soll nach dem Willen der Rentenchefin weniger Grundrente bekommen als Stadt-Senioren.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Im kommenden Jahr soll die neue Grundrente kommen. Sie wird nach Vorstellungen der SPD zehn Prozent über dem Niveau der Grundsicherung liegen. Die Chefin der Rentenversicherung will sie aber staffeln - mit mehreren 100 Euro Unterschied.

Die Menschen in teuren Ballungsräumen müssen nach Ansicht von Rentenpräsidentin Gundula Roßbach mit mehr Unterstützung vor einem Abrutschen im Alter geschützt werden als auf dem Land. So sei der Bedarf an Grundsicherung unterschiedlich, sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung. "Im bayerischen Wald beispielsweise brauchen die Betroffenen im Schnitt mehrere hundert Euro weniger als in München." Dies müsse aus ihrer Sicht bei der von der Koalition geplanten Grundrente berücksichtigt werden.

Die Grundrente soll laut Arbeitsminister Hubertus Heil im kommenden Jahr auf den Weg kommen. Sie soll all jenen ein regelmäßiges Alterseinkommen zehn Prozent oberhalb des Grundsicherungsbedarfs garantieren, die 35 Jahre an Beitragszeiten oder Zeiten der Erziehung oder Pflege aufweisen.

Roßbach sagte: "Was mich umtreibt, ist, dass es für bundesweite Alterssicherungssysteme schwierig ist, regionale überdurchschnittliche Steigerungen bei der Miete und Unterschiede der Wohnungsmärkte auszugleichen." Die Unterschiede gingen im wesentlichen auf die unterschiedlichen Wohnkosten zurück. "Menschen jenseits der hochpreisigen Ballungsgebiete werden auskömmlicher von ihrer Alterssicherung leben können", sagte Roßbach. "Dort wo das Wohnen sehr teuer ist, wird es schwieriger."

Drei Prozent auf Grundsicherung angewiesen

Insgesamt bezeichnete Roßbach die Rentenversicherung als derzeit gut aufgestellt. "Mehr als 97 Prozent der Älteren können ihr Einkommen selbst bestreiten, weniger als 3 Prozent sind auf Grundsicherung im Alter angewiesen", sagte sie. Aber es gebe besondere Risikogruppen - etwa Erwerbsminderungsrentner. "Für die sind nun weitere Verbesserungen geplant", sagte sie mit Blick auf ein entsprechendes Vorhaben von Union und SPD.

Auch nicht anderweitig verpflichtend abgesicherte Selbstständige seien betroffen, für die die Koalition eine obligatorische Absicherung geplant hat. Zudem trügen Langzeitarbeitslose besondere Risiken bei der Rente. "Da muss man sich die Lücken in der Beitragszahlung anschauen."

Roßbach kündigte an, solche Risiken genauer zu ermitteln. "Um zu sehen, wer in den kommenden Jahren in die Rentenversicherung hineinwandert, haben wir ein großes Projekt gestartet, LEA, 'Lebensverläufe und Altersvorsorge'", sagte sie. Fast 10.000 Menschen habe die Rentenversicherung in Kooperation mit dem Bundesarbeitsministerium befragen lassen. "Wir sehen uns unter anderem die Lebensverläufe und die Anwartschaften in den unterschiedlichen Alterssicherungssystemen an", sagte Roßbach. "Wir erhoffen uns viele gute, fundierte Antworten, auch über die besonderen Risiken, über die Frage, was uns in den nächsten 15, 20 Jahren erwartet."

Eine Rentenkommission der Bundesregierung soll bis 2020 Vorschläge machen, wie das Rentensystem in der Zeit nach 2025 gesichert werden kann. Heil will die Vorschläge noch in dieser Legislaturperiode gesetzlich umsetzen. In den kommenden Jahren geht die Generation der Babyboomer schrittweise in Rente und zugleich werden die Menschen immer älter. Es dürfte also deutlich weniger Beitragszahler, aber mehr Rentner und längere Rentenbezugszeiten geben.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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