Politik

Militär befreit Oppositionellen Guaidó läutet finale Phase im Kampf gegen Maduro ein

In einer Videobotschaft fordert der venezolanische Oppositionsführer Guaidó das Militär zur Unterstützung zum finalen Sturz von Präsident Maduro auf. An seiner Seite: Ein seit Jahren inhaftierter Oppositionsführer, der angibt, von Soldaten befreit worden zu sein.

In Venezuela hat Oppositionsführer Juan Guaidó die Schlussphase in dem seit Monaten tobenden Machtkampf mit Präsident Nicolás Maduro ausgerufen und das Militär zur Unterstützung aufgefordert. Das Ende der Unterdrückung durch Maduro habe begonnen, sagte der selbst ernannte Interimspräsident in einem Video, das auf seinem Twitter-Account veröffentlicht wurde. Dabei war er in Begleitung von Männern in Militäruniform und dem Oppositionspolitiker Leopoldo López zu sehen, der seit Jahren unter Hausarrest steht.

"Militärs haben mich auf Anweisung von Präsident Guaidó befreit", schrieb López auf Twitter. "Jetzt ist die Stunde, um die Freiheit zu erringen." Später rief López die Bürger auf, sich der "Operation Freiheit" zum Sturz der sozialistischen Regierung anzuschließen. "Alle Venezolaner, die sich Freiheit wünschen, sollen kommen", erklärte López vor Journalisten nahe dem Militärstützpunkt La Carlota in der Hauptstadt Caracas.  

Guaidó deutete an, er werde aus den Reihen des Militärs unterstützt. "Heute sind mutige Soldaten, mutige Patrioten, mutige Männer, die die Verfassung unterstützen, unserem Aufruf gefolgt", sagte Guaidó. "Die nationalen Streitkräfte haben die richtige Entscheidung getroffen, und sie zählen auf die Unterstützung des venezolanischen Volkes."

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Ein venezolanisches Netzwerk für Bürgerjournalismus macht auf Twitter darauf aufmerksam, dass Guaidó und die Militärs in der Videobotschaft eine blaue Armbinde tragen - so wie 2017 der Polizist Óscar Alberto Pérez, als dieser mit einem Hubschrauber das venezolanische Innenministerium angegriffen hatte. 

Maduro-Anhänger sollen Präsidentenpalast verteidigen

Die Regierung von Präsident Maduro prangerte den "Putschversuch" an. Derzeit sei man dabei, "Verräter" innerhalb der Armee zu bekämpfen, die sich im Viertel Altamira in Caracas versammelt hätten, schrieb Kommunikationsminister Jorge Rodríguez auf Twitter. Die Sozialisten riefen ihre Anhänger zudem zur Verteidigung des Präsidentenpalastes auf. "Genossen, die Rechten wollen dem Volk seine Erfolge entreißen. Ich lade alle ein - das Volk von Venezuela, die Milizen, die sozialistische Partei - zum Palast von Miraflores zu kommen, um die Revolution, Nicolás und das Erbe von Hugo Chávez zu verteidigen", sagte der Präsident der regierungstreuen Verfassungsgebenden Versammlung und einflussreiche Parteifunktionär Diosdado Cabello.

Der nun nach eigenen Aussagen befreite López ist der Gründer der Oppositionspartei Voluntad Popular und seit 2014 in Haft. Damals waren bei Protesten gegen die Regierung mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Ein Gericht verurteilte ihn wegen Anstachelung zur Gewalt zu fast 14 Jahren Haft. Zuletzt saß der Oppositionsführer im Hausarrest. Zahlreiche Regierungen und Menschenrechtsorganisationen sehen in Lopez einen politischen Gefangenen.

Für Mittwoch hat Guaidó die größten Proteste in der Geschichte des Landes angekündigt. Maduro bezeichnet Guaidó als Marionette in einem von den USA gesteuerten Umsturzversuch.

Quelle: n-tv.de, ftü/rts/dpa/AFP/jpe

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