Politik

Lichtblick in Venezuela-Krise Guaidó und Maduro wollen erneut verhandeln

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Der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó fordert den Abgang Maduros und freie Wahlen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Machtkampf zwischen der venezolanischen Regierung und der Opposition sind die Fronten verhärtet. Nach wochenlanger Funkstille wollen beide Seiten nun wieder Gespräche aufnehmen. Der selbst ernannte Übergangspräsident Guaidó verfolgt dabei drei konkrete Ziele.

Im seit Monaten andauernden Machtkampf in Venezuela haben sich beide Seiten auf einen neuen Vermittlungsversuch eingelassen. Vertreter der Regierung und der Opposition wollen sich in dieser Woche zu Gesprächen auf der Karibikinsel Barbados treffen, wie das norwegische Außenministerium mitteilte. Die Regierung in Oslo tritt in dem Konflikt als Vermittler auf.

Zuletzt waren bereits mehrere Vermittlungsversuche gescheitert. Die sozialistische Regierung von Staatschef Nicolás Maduro betont zwar stets ihre Dialogbereitschaft, ist allerdings zu wenigen Kompromissen bereit. Die Opposition um den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó hatte nach gescheiterten Gesprächen in Oslo zuletzt sogar erklärt, für weitere Verhandlungen nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Nun teilte Guaidós Büro jedoch mit: "Wir werden an dem Treffen mit den Vertretern des Regimes teilnehmen, um einen Ausweg aus der Diktatur zu suchen. Unsere größte Motivation ist, dem Leiden der Venezolaner ein Ende zu bereiten." Ziel des Treffens sei ein Abgang Maduros, die Bildung einer Übergangsregierung, sowie freie Wahlen unter internationaler Beobachtung.

Venezuelas Kommunikationsminister Jorge Rodríguez bestätigte das geplante Treffen indirekt, indem er ein Bild einer Erklärung des norwegischen Außenministeriums veröffentlichte. Darin heißt es, die beiden Konfliktparteien würden sich "diese Woche" auf Barbados treffen, um bei der "Suche nach einer ausgehandelten und verfassungskonformen Lösung" voranzukommen.

Seit Januar liefern sich Maduro und Guaidó einen erbitterten Machtkampf. Guaidó ernannte sich im Januar selbst zum Übergangspräsidenten des Landes. Er wird von mehr als 50 Staaten anerkannt, darunter auch von Deutschland und den USA. Maduro hat dagegen den Rückhalt von Russland und die venezolanische Militärführung hinter sich.

Quelle: n-tv.de, hny/dpa/AFP

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