Politik

Gefahr für Bundestagswahl Hacker finden Schwachstelle in Wahlsoftware

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Ausgezählt wird in Deutschland meist per Hand. Doch bei der Übermittlung der Ergebnisse könnten Hacker die Wahl manipulieren, fürchten IT-Experten.

(Foto: imago stock&people)

Ein Programm, das zur Organisation der Bundestagswahl eingesetzt wird, weist offenbar erhebliche Sicherheitslücken auf. Der Hersteller und der Bundeswahlleiter kennen die Probleme. Ob sie diese bis zum 24. September beheben können, ist unklar.

Bei einem Computerprogramm für die Bundestagswahl am 24. September gibt es offenbar erhebliche Sicherheitsprobleme. Lücken in dem Programm könnten dazu führen, dass das vorläufige Wahlergebnis manipuliert wird, berichtete "Zeit Online". Ein unabhängiger Informatiker hatte demnach die Sicherheitsprobleme entdeckt, zwei Analysten des Chaos Computer Clubs (CCC) bestätigten seine Ergebnisse.

Den CCC-Hackern war es den Angaben zufolge gelungen, die interne Verschlüsselung des Programms PC-Wahl zu knacken. Auch der Hersteller der Software gestand Lücken in dem Programm ein. Unklar ist dem Bericht zufolge, ob es gelingt, sämtliche Sicherheitslücken bis zum 24. September zu schließen. Es habe für den Bundeswahlleiter höchste Priorität, Manipulationen bei den Schnellmeldungen und damit beim vorläufigen Wahlergebnis zu verhindern, sagte ein Sprecher des Bundeswahlleiters gegenüber "Zeit Online" und dem Wochenblatt "Die Zeit".

Das Programm PC-Wahl ist nach Angaben des Herstellers Vote iT das meistgenutzte Wahlorganisationssystem in deutschen Verwaltungen. Die Software sammelt die in den Wahllokalen ausgezählten Stimmen und leitet sie an die Kreis- und Landeswahlleiter weiter. Das Programm enthielt den Angaben zufolge bislang keine verschlüsselten Signaturen oder ähnliche Sicherungen, um zu garantieren, dass nur die dafür zugelassenen Stellen Wahldaten übermitteln.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen unzureichend

Nach Angaben von Vote iT haben die zuständigen Kommunen Sicherheitsmechanismen zum Schutz vor Manipulationen bisher nie eingefordert. Am 28. Juli habe das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) den Bundeswahlleiter über die Probleme informiert. Daraufhin wies der Bundeswahlleiter alle Landeswahlleitungen an, Maßnahmen zur Sicherung der Authentizität elektronisch übermittelter Schnellmeldungen zu ergreifen. Das BSI hat den Wahlleitern und dem Hersteller Vorschläge vorgelegt, wie die Software verbessert werden kann.

Der Chaos Computer Club hat dem Bericht zufolge Teile der nun überarbeiteten Software bereits analysiert. Er kam zu dem Ergebnis, dass sämtliche Gegenmaßnahmen sich bereits bei oberflächlicher Überprüfung als ungeeignet erwiesen hätten, die gemeldeten Schwachstellen zu beseitigen.

Der Bundeswahlleiter habe verfügt, dass die Ergebnisse der Stimmauszählungen am Wahlabend im Zweifel "unabhängig von IT-Tools" weitergegeben werden sollen, hieß es in dem Bericht weiter. Außerdem seien die Landeswahlleiter angewiesen, die Ergebnisse am Wahlabend nach der Veröffentlichung mit einer "zwingenden Sichtkontrolle" noch einmal zu überprüfen. Damit stellten sich die Behörden auf den Notfall ein, "wenn wider Erwarten die Probleme mit PC-Wahl nicht behoben werden können".

Quelle: ntv.de, mbo/AFP

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