Politik

"Es war ein massives Datenleck" Hacker greifen tschechisches Ministerium an

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Laut Zaoralek (hier im Jahr 2016) wurden keine Geheiminformationen gehackt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Minister zieht Parallelen zum Angriff auf die Demokratische Partei in den USA: Über einen längeren Zeitraum lesen Unbekannte den Mailverkehr des tschechischen Außenministeriums mit. Dahinter soll ein anderer Staat stecken, heißt es.

Unbekannte Hacker haben sich Zugriff auf das E-Mail-System des tschechischen Außenministeriums verschafft. Über einen Zeitraum von Wochen oder Monaten konnten sie die Kommunikation des Führungspersonals einschließlich des Ministers mitlesen.

"Es war ein massives Datenleck", räumte Ressortleiter Lubomir Zaoralek ein. Geheiminformationen seien indes nicht erbeutet worden, weil sie in einem eigenen IT-System bearbeitet würden. Es handele sich nach Einschätzung von Fachleuten um eine sehr raffinierte Cyberattacke eines ausländischen Staates, sagte der Sozialdemokrat. Die Durchführung erinnere an die Hackerangriffe auf die Parteizentrale der US-Demokraten - hinter denen Russland vermutet wird.

Die nationale Sicherheitsbehörde (NBU) des Nato-Mitgliedstaats Tschechien hat die Ermittlungen übernommen. Im Dezember soll auch ein - allerdings vereitelter - Angriff auf das Außenministerium in Warschau stattgefunden haben. Nach einem Bericht der Zeitung "Rzeczpospolita" könnte der russische Militärgeheimdienst GRU hinter dem Trojaner-Angriff gesteckt haben.

Die US-Demokraten wurden im Wahlkampf der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mehrmals das Ziel von Hackerangriffen. Dabei wurden auch E-Mails erbeutet, die der Rivalin des späteren Wahlsiegers Donald Trump mutmaßlich schadeten. Die US-Geheimdienste erklärten später, der russische Präsident Wladimir Putin habe die Aktion persönlich angeordnet. Belege dafür gelangten nicht an die Öffentlichkeit. Russland hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/rts