Politik

Fehler in Giffeys Doktorarbeit "Hätte nicht angenommen werden dürfen"

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Giffey bei ihrem Praktikum bei der Berliner Stadtreinigung vor einigen Wochen.

(Foto: www.imago-images.de)

Hat Familienministerin Giffey in ihrer Doktorarbeit unsauber gearbeitet? Die Plagiatsprüfer von Vroniplag sprechen von einem mittelschweren Fall. Mit Verweisen sei "unsorgfältig" umgegangen worden. Das Votum der Hochschule steht indes noch aus.

Die Plagiatsprüfer der Plattform Vroniplag haben in der Doktorarbeit von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey erhebliche Verstöße gegen wissenschaftliche Regeln gefunden. "Die Arbeit hätte so als Doktorarbeit nicht angenommen werden dürfen", sagte Vroniplag-Vertreter Gerhard Dannemann bei n-tv.

Laut "Spiegel" monierten die Prüfer Stellen auf beinahe jeder dritten Seite der Arbeit. Problemtisch sei vor allem, dass "unsorgfältig" mit Quellenverweisen umgegangen worden sei. So seien Quellen "nicht deutlich genannt, aus denen deutlich mehr übernommen wurde als angegeben", sagte er n-tv.

Laut Dannemann gibt es in der Arbeit zahlreiche "Blind- und Fehlzitate", bei denen Belege in Fußnoten ungeprüft übernommen worden seien. Im "Spiegel" sprach er von einem eher mittelschweren Fall. Die beanstandeten Mängel seien vor allem gefährlich, weil sich durch diese "Art des schlampigen Arbeitens"Fehler weiterverbreiten könnten, sagte er bei n-tv.

Giffey selbst hatte die Freie Universität Berlin nach früheren Berichten um eine offizielle Prüfung ihrer Doktorarbeit gebeten und betont, sie habe diese "nach bestem Wissen und Gewissen verfasst". Giffey promovierte 2009 zum Thema "Europas Weg zum Bürger - Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft".

In den vergangenen Jahren hatte es in der deutschen Politik mehrere Plagiatsvergehen gegeben. Auch prominente Politiker wie der frühere Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und die ehemalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan waren betroffen. Sie verloren ihre Doktortitel oder gaben sie freiwillig ab.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP

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