Politik

Verfassungsschutz-Vize rückt auf Haldenwang soll Maaßen-Nachfolger werden

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Thomas Haldenwang ist seit August 2013 Vizepräsident des Verfassungsschutzes.

(Foto: picture alliance/dpa)

Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen wird nach seiner umstrittenen Reaktion auf die Übergriffe in Chemnitz ins Innenministerium versetzt. Jetzt steht offenbar fest, wer neuer Chef der Behörde werden soll: der bisherige Vizechef Thomas Haldenwang.

Der bisherige Vizechef des Bundesamts für Verfassungsschutz soll nach Medienberichten neuer Präsident des Inlandsgeheimdienstes werden. Innenminister Horst Seehofer habe Thomas Haldenwang als Nachfolger von Hans-Georg Maaßen bestimmt, berichtete "Focus Online". Auch nach ARD-Informationen soll Haldenwang Maaßen nachfolgen. Der Verfassungsschutz bestätigte die Personalie ebenso wenig wie das Bundesinnenministerium. Eine Sprecherin Seehofers sagte indes, es sei noch keine Entscheidung getroffen worden.

Haldenwang ist studierter Jurist mit Stationen im Innenministerium und dem Bundesverwaltungsamt. Seit August 2013 ist der 58-jährige Vizepräsident des Verfassungsschutzes. Haldenwang war von 1991 bis 2000 sowie von 2006 bis 2009 auch im Bundesinnenministerium tätig. Danach wechselte der gebürtige Wuppertaler zum Bundesamt für Verfassungsschutz.

Mit Haldenwang bekommt das Bundesamt für Verfassungsschutz einen Beamten und keinen Politiker als Chef. Der 58-Jährige gelte innerhalb des Amtes als "graue Eminenz", heißt es in dem "Focus Online"-Bericht. Haldenwang gelte als Maaßen-Vertrauter, der versetzte Verfassungsschutz-Chef habe seinen Stellvertreter selbst als Nachfolger bevorzugt.

Maaßen war wegen umstrittener Aussagen zu fremdenfeindlichen Übergriffen in Chemnitz in die Kritik geraten. Er hatte die Echtheit eines Videos angezweifelt. Die Spitzen von CDU, CSU und SPD beschlossen daraufhin, Maaßen als Sonderberater für europäische und internationale Fragen ins Innenministerium zu versetzen. Vorläufig bleibt er allerdings noch als Verfassungsschutz-Chef im Amt. Die Personalie hatte zu einem heftigen Streit innerhalb der großen Koalition geführt. Seehofer hatte angekündigt, er wolle Ende Oktober oder Anfang November einen Nachfolger präsentieren.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa/AFP/rts