Politik

Radikalisierungs-"Altfälle"Hamburg überprüft 400 Islamisten

09.08.2017, 11:27 Uhr
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Innensenator Andy Grote will, dass Islamisten in der Stadt früher identifiziert werden. (Foto: dpa)

Der Attentäter von Hamburg-Barmbek konnte zuschlagen, obwohl er längst auf einer Gefährderliste stand. Die Innenbehörde will deshalb Verdächtige mit Radikalisierungsvita überprüfen. In der Kartei der Hansestadt finden sich Hunderte solcher Altfälle.

Die Hamburger Innenbehörde und die Polizei ziehen aus der Messerattacke von Hamburg-Barmbek Konsequenzen. 400 Altfälle, bei denen es Hinweise auf eine Radikalisierung von Muslimen gegeben hat, sollen noch einmal auf mögliche Gefährdungen hin untersucht werden, wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet. "Wir wollen das System der Früherkennung und Risikoreduzierung schärfen und verbessern", sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote dem Blatt sowie der "Bild"-Zeitung.

Beim Landeskriminalamt soll eine neue Vorgehensweise etabliert werden: Bei der LKA-Staatsschutzabteilung wird den Angaben zufolge eine zentrale Aufnahmestelle für Hinweise eingerichtet, die nach strikten Vorgaben bearbeitet werden sollen. Nach einer Woche soll feststehen, ob es unmittelbaren Handlungsbedarf für die Behörden gibt, ob es sich um einen weiter zu verfolgenden Verdachtsfall handelt oder ob ein islamistischer Hintergrund ausgeschlossen werden kann. Nach drei Monaten soll jeder Fall erneut bewertet werden.

Bei der Messer-Attacke im Stadtteil Barmbek hatte sich am 28. Juli ein 26 Jahre alter, abgelehnter Asylbewerber in einem Supermarkt mit einem Küchenmesser bewaffnet und unvermittelt auf Menschen eingestochen. Ein 50-Jähriger starb. Sieben weitere Menschen wurden verletzt. Die Ermittlungen zum Fall des Palästinensers leitet die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

Quelle: nsc/dpa

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