Politik

Zugriff bei Ausreise Hamburgerin in Türkei festgenommen

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Die Frau wurde am Flughafen der kurdischen Provinzhauptstadt Diyarbakir festgenommen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erneut wird eine Deutsche bei einem Besuch in der Türkei festgenommen. Hintergrund könnten Links auf ihrem Facebook-Konto oder das Engagement ihres Mannes sein. Die Kurdische Gemeinde in Deutschland spricht von "türkischer Willkürjustiz" und "Schikane".

In der Türkei ist nach Angaben der Kurdischen Gemeinde Deutschland erneut eine deutsche Staatsangehörige festgenommen worden. Die Erzieherin aus Hamburg sitze seit Donnerstag in Haft, erklärte der Verein. Sie sei zu Besuch bei Verwandten in der kurdischen Provinzhauptstadt Diyarbakir gewesen und von der türkischen Polizei am Flughafen festgenommen worden.

Möglicherweise stehe ihre Festnahme im Zusammenhang mit dem Engagement ihres Mannes, der Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Hamburg sei, oder mit Links auf ihrem Facebook-Konto. Der Vize-Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde in Deutschland, Mehmet Tanriverdi, sprach von "Schikane" und "türkischer Willkürjustiz", die kritische Stimmen auch im Ausland einschüchtern solle.

In der Vergangenheit waren immer wieder deutsche Staatsangehörige bei Türkei-Besuchen wegen kritischer Äußerungen unter dem Vorwurf der "Terrorpropaganda" festgenommen worden.

Das Auswärtige Amt warnt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen zur Türkei ausdrücklich davor, kritische Beiträge in Online-Netzwerken zu veröffentlichen: "Festnahmen und Strafverfolgungen deutscher Staatsangehöriger erfolgten vielfach in Zusammenhang mit regierungskritischen Stellungnahmen in den sozialen Medien. Ausreichend ist im Einzelfall das Teilen oder 'Liken' eines fremden Beitrags entsprechenden Inhalts."

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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