Politik

Klöckner will Abfälle vermeiden Handel und Tafeln sollen online kooperieren

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Durch digitale Kommunikation sollen die Tafeln 40 Prozent mehr Essen vor dem Müll retten.

(Foto: picture alliance/dpa)

75 Kilo Lebensmittel wirft jeder Haushalt jährlich in den Müll. Gemeinsam mit Industrie und Handel entstehen so Millionen Tonnen vermeidbaren Abfalls. Ernährungsministerin Klöckner startet nun mehrere Initiativen, diese Menge bis 2030 zu halbieren. Eine besondere Rolle sollen dabei die Tafeln einnehmen.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner hat Verbraucher und Wirtschaft zu weiteren konkreten Schritten zum Eindämmen der Lebensmittelverschwendung aufgerufen. Nötig sei eine gemeinsame Kraftanstrengung, sagte die CDU-Politikerin bei einer Konferenz mit Vertretern mehrerer Branchen, unter anderem der Landwirtschaft, des Handels und der Gastronomie. Die Vermeidung von Lebensmittelabfällen gehe alle an.

Besonders hob Klöckner die Arbeit der Tafeln hervor. Um die Produktabgabe von Supermärkten an Tafeln zu erleichtern, fördert das Ministerium eine neue digitale Plattform namens Eco mit 1,5 Millionen Euro. Die Ministerin lobte die Tafeln für ihre "großen Verdienste bei der Rettung und Verteilung wertvoller Lebensmittel". Es gebe eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Handel und den Einrichtungen. Die Digitalisierung des Abgabesystems solle diese Zusammenarbeit "weiter optimieren".

Auf der neuen Plattform sollen "Angebots- und Bedarfsdaten" bei Handel und Industrie auf der einen und den Tafeln auf der anderen Seite erhoben werden - laut Ministerium Grundlage für eine effiziente Zuordnung von Lebensmittelspenden. Die Menge "geretteter" Lebensmittel soll so um 40 Prozent steigen.

Lebensmittelabfälle bis 2030 halbieren

Eine vom Bundeskabinett beschlossene Strategie sieht mehr Informationen, Forschungsförderung und eine Reihe von Maßnahmen auf freiwilliger Basis vor, damit weniger Produkte im Müll landen. Unter anderem sollen Zielmarken für die jeweiligen Bereiche festgelegt werden. Nach ersten Beratungen für die Außer-Haus-Verpflegung der Gastronomie soll jetzt auch ein Forum über Verbesserungsmöglichkeiten im Groß- und Einzelhandel gestartet werden.

Ziel der Regierung ist, Lebensmittelabfälle bis 2030 zu halbieren. Nach neuen Daten für 2015 landen knapp zwölf Millionen Tonnen pro Jahr auf dem Müll. Auf Privathaushalte entfällt laut den Berechnungen des bundeseigenen Thünen-Instituts gut die Hälfte der Gesamtmenge von 11,86 Millionen Tonnen (52 Prozent) - pro Kopf landen dort im Jahr etwa 75 Kilogramm Nahrungsmittel im Abfall. Von der Gesamtmenge wären laut Studie 6,7 Millionen Tonnen theoretisch vermeidbar.

Quelle: n-tv.de, mra/dpa/AFP