Politik

Mehr Kontakte in Sachsen-Anhalt Haseloff verteidigt seinen Sonderweg

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"Wir müssen der Bevölkerung das Signal geben, dass das, was wir gemeinsam erreicht haben, auch Effekte erzielt", sagt Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff.

(Foto: dpa)

Noch bevor die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten in dieser Woche über weitere Lockerungen in der Corona-Krise beraten, prescht Sachsen-Anhalt vor und lockert die Kontaktsperre. Landeschef Haseloff verteidigt sich gegen Kritik.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff verteidigt die Lockerungen der Corona-Beschränkungen in seinem Land. "Wir müssen der Bevölkerung das Signal geben, dass das, was wir gemeinsam erreicht haben, auch Effekte erzielt", sagte der CDU-Politiker im "heute journal" des ZDF am Sonntagabend. Er betonte dabei erneut, dass Sachsen-Anhalt neben Mecklenburg-Vorpommern die geringsten Infektionszahlen aufweise. Die Situation hebe sich deutlich ab von der in anderen Ländern wie etwa Bayern.

"Ich kann meiner Bevölkerung nicht auf Dauer mitteilen, dass das sozusagen gleich behandelt wird", erklärte Haseloff. Die Motivation, gemeinsam gegen das Coronavirus anzukämpfen, müsse auch aufrecht erhalten werden. Sachsen-Anhalt geht mit seiner neuen Verordnung, die in der Nacht zu Montag in Kraft getreten ist, bei den Lockerungen der strengen Corona-Beschränkungen bundesweit voran.

Die schwarz-rot-grüne Landesregierung hatte am Samstag ein Bündel an Erleichterungen beschlossen. Zentrale Änderung: Das Land weicht die Kontaktbeschränkungen deutlich auf. Statt wie bisher mit maximal einem Menschen abseits des eigenen Haushalts dürfen die Sachsen-Anhalter von Montag an zu fünft zusammensein.

Dissens zwischen Müller und Haseloff

Die neuen Regelungen stießen unter anderen bei Berlins Bürgermeister Michael Müller von der SPD auf Kritik. "Sachsen-Anhalt hat jetzt etwas losgetreten, was wir hoffentlich wieder einfangen", sagte Müller dem Deutschlandfunk. Haseloff sagte: "Jeder hat seine Spezifika - er als Großstadt, wir als ländlicher Raum - auch zu berücksichtigen." Und: "Wir wollen unseren Weg, der für uns angemessen ist."

An diesem Mittwoch wollen die Länder erneut mit Bundeskanzlerin Angela Merkel konferieren, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise zu beraten. Für Sachsen-Anhalts Ministerpräsident sollte dabei vor allem eine Perspektive für die Gastronomie geschaffen werden: "Wir brauchen eine klare Aussage zum Thema Gastronomie, Hotel- und Gaststättenwesen."

Quelle: ntv.de, tno/dpa

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