Politik

"Kein faires Kürzungsprogramm"Hausärzte warnen vor Überlastung

11.07.2026, 11:24 Uhr
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So leer sind Wartezimmer selten. Nach dem Sparprogramm bei der GKV erst recht nicht warnen Hausärzte. (Foto: IMAGO/Martin Wagner)

Das Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen wurde beschlossen. Hausärzte warnen vor einer Überlastung ihrer Praxen. Vor allem auf dem Land werde es zu massiven Versorgungsproblemen kommen.

Die Hausärzte prognostizieren deutliche Einschnitte in der Versorgung durch das Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung. "Wir werden jetzt massive Kürzungsprogramme in den Praxen fahren", sagte der Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Markus Blumenthal-Beier, im Deutschlandfunk.

Bundestag und Bundesrat hatten am Freitag den Weg für das Sparpaket freigemacht. Es soll die gesetzlichen Krankenkassen 2027 von stark steigenden Ausgaben entlasten, um neue Beitragserhöhungen zu verhindern. Vorgesehen sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken, Apotheken und Pharmabranche - aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.

"Es wird zappenduster in der Versorgung"

Blumenthal-Beier beklagte, dass durch die demografische Entwicklung und weitere geplante Reformen die Hausärzte mehr Menschen versorgen müssen. Andererseits stiegen die Kosten für Personal und Mieten sprunghaft. Das sei für die Praxen nicht mehr zu schaffen. Es gebe bereits Praxen, die schon aufgrund des Gesetzentwurfes jegliche Einstellungen und Praxiserweiterungen auf Eis gelegt hätten. Auch gebe es genug Hausärzte, die mit 63 Jahren sagten: "Wenn das kommt, da habe ich die Schnauze voll."

Enttäuscht zeigte sich der Verbandschef nicht nur von der Regierung, sondern auch der Mehrheit der Bundesländer, die das Spargesetz letztlich mitgetragen haben. Blumenthal-Beier sagte "massive Versorgungsprobleme in dünn besiedelten Regionen" voraus. Er hätte von den Ländern daher erwartet, dass sie stärker um die Hausarztpraxen kämpfen. "Wenn dieser Schritt nicht kommt, dann wird es wirklich zappenduster in der Versorgung", sagte er.

Der Verbandschef sieht mit dem Sparpaket die einzelnen Bereiche unterschiedlich stark belastet. Dies sei "kein faires Kürzungsprogramm". Besonders seien der ambulante Bereich betroffen, aber auch Kliniken. Nicht adäquat werde bei der Pharmabranche und den Krankenkassen gekürzt.

Quelle: ntv.de, kaz/dpa

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