"Geklautes Öl" zurückholenHegseth lässt sich über US-Bereicherungspläne in Venezuela aus

Neben einem Ende der Drogenexporte hat die US-Intervention in Venezuela auch wirtschaftliche Gründe. Das unterscheidet den Angriff aus Sicht von Pentagon-Chef Hegseth von der Invasion im Irak. Der Trump-Minister hat es dabei vor allem auf einen Rohstoff abgesehen.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sieht bei dem US-Angriff auf Venezuela samt Festnahme des Staatschefs Nicolás Maduro keine Parallelen zum US-Einsatz im Irak. Auf die Frage, ob der Einsatz tatsächlich anders war als beim Intervenieren der US-Streitkräfte im Irak, sagte er beim Sender CBS News: "Es ist genau das Gegenteil. Wir haben jahrzehntelang Unsummen ausgegeben und mit Blut bezahlt, ohne wirtschaftlich etwas dafür zu erhalten." Präsident Donald Trump habe die Spielregeln geändert.
Hegseth, der sich seit einiger Zeit als Kriegsminister bezeichnet, machte keinen Hehl aus den wirtschaftlichen Absichten der USA in Venezuela. "Wir können ihnen helfen und gleichzeitig die Vereinigten Staaten in der westlichen Hemisphäre stärken", sagte er. Er rechtfertigte den Einsatz damit, dass Venezuela eine lange Geschichte als reiches und wohlhabendes Land gehabt habe. "Dies wurde seinen Bürgern durch eine schreckliche Führung gestohlen", so der Pentagon-Chef. "Was Venezuela gegen die amerikanischen Ölinteressen und Ölgesellschaften unternommen hat, ist offensichtlich und hätte niemals geschehen dürfen, und Präsident Trump ist bereit, dies wieder rückgängig zu machen."
Der selbsternannte Kriegsminister gab auf eine Frage zur politischen Zukunft des Landes ausweichende Antworten. "Das bedeutet, dass wir die Bedingungen festlegen. Präsident Trump legt die Bedingungen fest. Und letztendlich wird er entscheiden, wie diese aussehen werden", sagte Hegseth. "Aber es bedeutet, dass der Drogenhandel gestoppt wird, dass das Öl, das uns geklaut wurde, letztendlich zurückgegeben wird und Kriminelle nicht in die Vereinigten Staaten geschickt werden."
Trump hatte am Samstag angekündigt, dass die USA das Land vorläufig führen wollen bis zu einem "sicheren, ordnungsgemäßen und vernünftigen Machtwechsel". Trump sprach von einer "Gruppe an Leuten", die das Land führen solle - ohne detailliert darzulegen, wen er meint.
In der Nacht zum Samstag hatte das US-Militär Venezuela angegriffen. Bei der Operation "Absolute Entschlossenheit" fassten Eliteeinheiten Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores und brachten beide außer Landes. Inzwischen ist Maduro in einer Haftanstalt in New York angekommen - in der Stadt muss er sich unter anderem wegen "Verschwörung zum Drogenterrorismus" sowie "Verschwörung zum Kokainimport" vor Gericht verantworten.
Die USA waren 2003 unterstützt von einer internationalen Koalition in den Irak einmarschiert und hatten den autoritären Herrscher Saddam Hussein gestürzt. 2011 zogen die amerikanischen Truppen aus dem ölreichen Golfstaat ab, kehrten aber drei Jahre später zurück, um die örtlichen Sicherheitskräfte im Kampf gegen die Terrormiliz IS zu unterstützen. Trotz des langjährigen US-Einsatzes gelang es nicht, im Irak Stabilität oder eine funktionierende Demokratie zu etablieren. Korruption und Misswirtschaft sind weit verbreitet.