Politik

Herausforderungen liegen anderswo Hendricks ruft nicht zum Flug-Verzicht auf

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Hendricks will sich für globale Klimaschutzlösungen einsetzen.

(Foto: dpa)

Umweltministerin Hendricks widerspricht dem ihr untergeordneten Umwelt-Bundesamt, auf Fernreisen zu verzichten. Damit sei das Problem der Umweltzerstörung zur kurzsichtig angegangen. Das Problem müsse global diskutiert werden.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hält nichts davon, aus Klimaschutzgründen zum Verzicht auf Fernflüge aufzurufen. "Verzichtsrhetorik" sei keine Lösung für die Herausforderung, den globalen Flugverkehr klimaverträglich zu machen, erklärte die SPD-Politikerin in Berlin. Das ihr untergeordnete Umwelt-Bundesamt hatte zu Beginn der Feriensaison appelliert, auf Fernreisen zu verzichten.

Hendricks erklärte, das "rasanteste" Wachstum des Flugverkehrs finde außerhalb Europas statt. Darum sei eine Lösung nötig, "die global überzeugt". Dies könne nur eine Umstellung auf Kraftstoffe sein, die mit erneuerbaren Energien erzeugt wurden.

"Wir setzen uns im Rahmen der internationalen Luftverkehrsorganisation für globale Klimaschutzlösungen ein", erklärte die Ministerin. Dies könne im ersten Schritt ein Kompensationssystem sein.

Das Umwelt-Bundesamt zeigt auf seiner Seite, dass Flugzeuge fürs Klima am umweltschädlichsten sind. Pro Personenkilometer verursachen Flugzeuge demnach 211 Gramm Treibhausgase. Mit der deutschen Bahn sind es im Fernverkehr 41 Gramm, mit dem Reisebus 32 Gramm und mit dem Auto 142 Gramm.

Auch das Argument der Flugbranche, ein Reisender verbrauche nur vier Liter Treibstoff auf hundert Kilometer, greift nach Ansicht des UBA zu kurz. Auf einer Fernreise etwa von Berlin nach Bali kämen auf 12.000 Kilometern 480 Liter Kerosin zusammen.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP