Politik

Henning Höne im FrühstartDieser Mann will noch irgendwie die FDP retten

02.04.2026, 10:46 Uhr
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Sollte die FDP noch eine Zukunft haben, wird diese so oder so ohne Christian Lindner sein. Es gebe keine Pläne für eine Rückholaktion, so der Kandidat für den Parteivorsitz Henning Höne. Auch die Brandmauer zur AfD stehe.

Der NRW-Parteivorsitzende der FDP und Kandidat für den Bundesvorsitz Henning Höne sieht aktuell keine Rolle für Christian Lindner in der FDP. Auf die Frage, ob er beim Parteitag vor den Delegierten mit einer Rückholaktion von Lindner werben wird, antwortete Höne im Frühstart von RTL und ntv: "Nein. Am Ende muss dieser Parteitag über einen Neustart entscheiden. Dafür braucht es aus meiner festen Überzeugung auch neue Gesichter."

Der nordrhein-westfälische FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzende Höne will für den Bundesvorsitz kandidieren. "Das ist schon eine existenzielle Krise der FDP. Wir brauchen ein Comeback, müssen dafür kämpfen", sagte Höne, der seit 2025 stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender ist. In der FDP ist seit den Wahlschlappen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine Führungsdebatte entbrannt. Der Bundesvorstand hatte beschlossen, beim Parteitag Ende Mai geschlossen zurückzutreten. Parteichef Christian Dürr kündigte an, wieder zu kandidieren. Es droht eine Kampfkandidatur zwischen ihm und Höne.

Fest steht aber offenbar: Dieser Richtungskampf wird ohne Lindner ausgetragen werden. Auch, weil dieser selbst ausgeschlossen habe, jetzt zurückzukehren, so Höhne. "Er hat jetzt eine neue Rolle und ist da glücklich. Und das gönne ich ihm von Herzen", so Höhne. Er selbst sieht wenig Parallelen zwischen dem ehemals starken Mann der FDP und sich selbst. "Ich habe einerseits im Landtag die Zeit von 2013 bis 2017 hautnah miterlebt und da auch mit Christian Lindner und dem ganzen Team eng zusammengearbeitet. Aber wir sind trotz mancher Parallelen völlig unterschiedliche Typen", sagte der Landeschef. Trotzdem betonte er: "Ich bin mit Christian Lindner im Kontakt, aber auch mit vielen anderen Parteifreundinnen und Parteifreunden. Es braucht eine liberale Stimme."

Noch deutlicher wurde er beim Thema AfD: "Mit der AfD kann es keine Zusammenarbeit geben. Das ist eine Partei, die von Problemen profitieren will, statt sie zu lösen." Die AfD sei näher an Russland und an Putin als an deutschen Sicherheitsinteressen. "Die Partei duldet bewusst Radikale in ihren eigenen Reihen. Die AfD ist das absolute Gegenteil zur individualistischen und optimistischen FDP."

Quelle: ntv.de, tko

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