Politik

Fächer Mathe und Physik Hubig will Unterricht nach Geschlecht trennen

Bei Experimenten im Physikunterricht stürmen Jungen oft begeistert nach vorne, während Mädchen sich eher zurückhalten. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Hubig glaubt deshalb, dass Mädchen in getrennten Klassen mehr für Naturwissenschaften begeistert werden können.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz hat sich offen dafür gezeigt, Mädchen und Jungen im Unterricht getrennt voneinander zu unterrichten - allerdings nur in bestimmten Fächern und probeweise als Experiment. "Seien wir offen dafür, Mädchen und Jungen in Fächern wie Mathe und Physik phasenweise getrennt zu unterrichten", sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig im Interview mit den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Lassen wir uns auf dieses Experiment ein und schauen wir, welches Ergebnis wir bekommen."

Hinter dem Vorschlag steht die Beobachtung, dass Mädchen sich in naturwissenschaftlichen Fächern ohne ihre männlichen Klassenkameraden oft mehr zutrauen. Bei einem Experiment seien es meist die Jungen, die sich freiwillig meldeten und nach vorne stürmten, während die Mädchen erst einmal zuschauten. "Die Erfahrungen zeigen: In Klassen ohne Jungen lassen sich Mädchen häufig leichter für Physik begeistern", sagte Hubig, die als Schülerin sowohl ein reines Mädchengymnasium als auch eine gemischte Schule besuchte.

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Dass die Begeisterung für Naturwissenschaften bei Mädchen oft geringer ist und beim Berufswunsch nach wie vor die klassischen Rollenbilder überwiegen, zeigte auch eine Zusatzauswertung der letzten Pisa-Studie. Deutsche Mädchen hatten darin angegeben, später einmal am liebsten Lehrerin werden zu wollen - während Jungen von einem Job als IT-Spezialist träumten.

Quelle: ntv.de, ftü