Politik

31 tote Zivilisten im Jemen Huthi-Rebellen zielen auf Wohngebiet

58830334.jpg

Regierungskämpfer werden gegen die Rebellen mit Luftangriffen von einer Militärallianz unterstützt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Kämpfe im Jemen gehen unvermindert weiter. Die jüngsten Angriffe durch die Aufständischen auf ein Wohngebiet in Aden fordern zahlreiche zivile Opfer. Zudem verschlechtert sich die humanitäre Lage im Land zusehends.

Bei einem Angriff von Huthi-Rebellen und verbündeten Gruppen auf ein Wohngebiet im jemenitischen Aden sind mehr als 30 Zivilisten getötet worden. Ein Sprecher der regierungstreuen Truppen sagte, die Rebellen hätten den Bezirk Al-Mansura mit 15 Katjuscha-Raketen beschossen.

Aden war der letzte Zufluchtsort von Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi, bevor dieser im März ins saudische Exil floh. Seine Anhänger versuchen seitdem, die Stadt gegen die Rebellen und ihre Verbündeten zu verteidigen. Die Regierungskämpfer werden von einer Militärkoalition unter Führung von Saudi-Arabien aus der Luft unterstützt.

13 Aufständische getötet

Die Raketenangriffe auf die Wohngegend in Aden begannen vor Sonnenaufgang, als die Straßen voll mit Menschen waren, die vor dem Beginn des Fastens unterwegs waren. Später trafen Geschosse mehrere Trauernde, die gerade Angehörige beerdigten. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden der Stadt wurden mindestens 31 Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt, viele von ihnen schwer. Zivilisten bargen blutende Verletzte und riefen um Hilfe.

Bereits in der Nacht attackierte die für Hadis Seite kämpfende internationale Militärallianz unter Führung Saudi-Arabiens nach Angaben von Einwohnern Adens Stützpunkte der Huthi-Rebellen in Dar Assad und Chor Maksar. Bei einem Angriff der Koalition in der Nachbarprovinz Lahedsch wurden laut dortigen Behördenangaben 13 Aufständische getötet.

Hilfskonvois blockiert

In Aden, der zweitgrößten Stadt des Jemen, ist die humanitäre Lage mittlerweile katastrophal. Es fehlt an Lebensmitteln, Wasser und Medizin, Krankheiten wie Malaria, Typhus und Dengue-Fieber breiten sich immer weiter aus und die hygienischen Bedingungen verschlechtern sich zusehends.

Aus dem saudischen Exil meldete sich Vizepräsident Chaled Bahah zu Wort und warf den Rebellen "Kriegsverbrechen" vor. Die Aufständischen griffen Wohngebiete an, belegten Aden mit einer Blockade und ließen Hilfskonvois nicht durch, sagte Bahah.

Quelle: ntv.de, lda/AFP