Politik

Koalition rückt bis Zentrum vor IS-Hauptstadt Rakka steht vor dem Fall

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Die Syrischen Demokratischen Kräfte sollen fast 90 Prozent von Rakka zurückerobert haben.

(Foto: REUTERS)

Die Anti-IS-Koalition steht offenbar kurz vor der Rückeroberung der syrischen IS-Hochburg Rakka. Bis zu 90 Prozent der Stadt seien unter Kontrolle, berichten Aktivisten. Gefahr droht nunmehr vor allem durch unzählige Minen, die die Terrormiliz zurückgelassen hat.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) steht nach Angaben von Aktivisten kurz vor dem Verlust ihrer einstigen syrischen Hauptstadt Rakka. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) kontrollierten 90 Prozent der Stadt, die Dschihadisten hielten nur noch das Zentrum, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die SDF ließ verlauten, der Kampf um die einstige IS-Hochburg stehe "kurz vor dem Ende".

In den vergangenen 48 Stunden hätten sich die Dschihadisten aus mindestens fünf Vierteln zurückgezogen, erklärte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle. Grund seien die intensiven Luftangriffe der US-geführten Anti-IS-Koalition. Laut den für Medien nur schwer überprüfbaren Angaben der Beobachtungsstelle, die ihre Angaben aus einem Netz von Informanten vor Ort bezieht, hat die IS-Miliz damit den ganzen Norden der Stadt einschließlich der dort gelegenen Getreidesilos verloren.

Die SDF-Einheiten teilten ihrerseits mit, bei einem "Überraschungsangriff" im Norden mehrere Gebiete von den Dschihadisten erobert zu haben. Das kurdisch-arabische Bündnis hatte Anfang Juni nach monatelanger Vorbereitung ihre Offensive auf Rakka begonnen. Seitdem drangen sie mit der Luftunterstützung der internationalen Anti-IS-Koalition immer weiter in die Stadt vor.

Eingekesselt im Zentrum

Laut der Beobachtungsstelle steht der Widerstand der Dschihadisten nach dem Verlust hunderter Kämpfer vor dem Zusammenbruch. Ihre Vorräte an Essen, Waffen und Munition neigten sich dem Ende zu, auch könnten sie ihre Verletzten kaum noch versorgen, so dass sie sich auf das Zentrum zurückgezogen hätten, erklärte die in Großbritannien ansässige Aktivistengruppe. Das größte Problem seien die zahlreichen Minen, die die Islamisten auf ihrem Rückzug gelegt hätten.

Die Dschihadisten hatten Raka im Januar 2014 unter ihre Kontrolle gebracht und später zu ihrer inoffiziellen Hauptstadt in Syrien gemacht. Seit vergangenem Jahr ist die Extremistengruppe jedoch in der Defensive und hat den Großteil der Städte und Gebiete unter ihrer Kontrolle verloren. In Syrien hält sie neben Rakka nur noch Teile der östlichen Provinz Deir Essor.

Quelle: ntv.de, jgu/AFP/rts