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Als Polizisten verkleidet IS-Kämpfer ermorden 15 Zivilisten in Mossul

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Ein irakischer Soldat beobachtet Kämpfe mit dem IS in Mossul.

dpa

Sie verkleiden sich als irakische Polizisten und erzählen Zivilisten, dass sie nun in Sicherheit seien. Dann erschießen die IS-Kämpfer 15 Männer, Frauen und Kinder.

Kämpfer der Terrormiliz IS haben in der irakischen Stadt Mossul mindestens 15 Zivilisten getötet. Die Dschihadisten hätten Uniformen der irakischen Polizei getragen und sich zunächst als Unterstützer der Regierungstruppen ausgegeben, teilten ein Vertreter der örtlichen Behörden und das Kommando der Anti-IS-Koalition mit.

Das "brutale Verbrechen" sei bereits am Montagmorgen in einem Bereich der Altstadt von Mossul verübt worden, erklärte das Kommando. Die Dschihadisten hätten die Zivilisten "verwirren" wollen, die sie erfreut und mit Gesängen als Befreier begrüßt hätten. Sie hätten auch Frauen und Kinder getötet, "um klar zu machen, dass das Gebiet immer noch unter feindlicher Kontrolle" sei.

70 Prozent von West-Mossul erobert

Unterdessen hat die irakische Armee nach eigenen Angaben das größte Viertel im Westen der Großstadt Mossul aus den Händen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befreit. Anti-Terroreinheiten hätten den Stadtteil Al-Tanak vollständig eingenommen, erklärte ein Armeesprecher. Auf den Gebäuden sei die irakische Flagge gehisst worden. Al-Tanak liegt am westlichen Stadtrand Mossuls. 

Irakische Sicherheitskräfte hatten am Montag erklärt, sie kontrollierten mittlerweile rund 70 Prozent West-Mossuls. Die Offensive gegen den IS hatte im Oktober begonnen. Ende Januar konnte die Armee den Osten der durch den Tigris geteilten Stadt erobern. IS-Angreifer hatten Mossul im Sommer 2014 überrannt. Die Stadt ist die letzte Hochburg der Extremisten im Irak.  

Im dicht bebauten und bewohnten West-Mossul kamen die Angreifer zuletzt nur langsam voran. Mehrfach gab es Berichte über eine große Zahl ziviler Opfer, unter anderem bei Luftangriffen. Jets der US-geführten internationalen Koalition unterstützen die Offensive. In der noch vom IS kontrollierten Altstadt Mossuls sollen nach UN-Schätzungen rund 400.000 Zivilisten eingeschlossen sein.

Quelle: n-tv.de, bdk/AFP/dpa

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