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Verfassungsschutzbericht von 2015 IS-Terrorist Denis Cuspert soll noch leben

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Denis Cuspert, der sich nun Abu Talha al-Almani nennt, soll doch noch am Leben sein.

(Foto: picture alliance / dpa)

Immer wieder war er für tot erklärt worden. Dann tauchten Hinweise auf, dass der deutsche IS-Terrorist Denis Cuspert doch noch lebt. Nun untermauert der Verfassungsschutz die anfänglichen Gerüchte.

Der IS-Terrorist Denis Cuspert ist offenbar doch noch am Leben. Die Gerüchte darüber existieren schon länger, nun untermauert der Berliner Verfassungsschutz diese These in seinem Verfassungsschutzbericht 2015. Darüber berichtet der Sender rbb.

Offenbar sei Cuspert zwar bei Kampfhandlungen verletzt, jedoch nicht getötet worden, erklärte der Leiter des Berliner Verfassungsschutzes, Bernd Palenda, dem Sender. "Mehrfach kursierende Informationen über den Tod Cusperts, zuletzt im Oktober, konnten bislang nicht bestätigt werden", heißt es dazu auch in dem Jahresbericht.

Am 16. Oktober 2015 hatte das US-Verteidigungsministerium gemeldet, dass der deutsche Islamist Denis Cuspert bei einem Luftangriff auf einen IS-Konvoi tödlich getroffen worden sei. Bereits damals war zuvor mehrfach vom Tod Cusperts berichtet worden. Im Dezember 2015 tauchte dann ein Terror-Video auf, das den 39-Jährigen zeigt. In dem Clip spricht er in einem achtminütigen Monolog von einem aus Solingen stammenden Kollegen. Dieser soll sich im Kampf gegen den IS selbst in die Luft gesprengt haben.

Rapper ist gefährliche Identifikationsfigur

Cuspert nennt sich mittlerweile Abu Talha al-Almani und gilt als hochrangiges Mitglied der IS-Miliz. Er soll sich ab 2010 in Berliner Salafisten-Kreisen radikalisiert und 2012 dem Islamischen Staat in Syrien angeschlossen haben. Da Cuspert in der Vergangenheit als Rapper Deso Dogg bekannt geworden war, gilt er als besonders gefährliche Identifikationsfigur im gewaltbereiten islamistischen Spektrum.

Aus dem Verfassungsschutzbericht geht auch hervor, dass sich seit 2015 die Zahl der Salafisten allein in Berlin von 570 auf 710 erhöht hat. 380 von ihnen gelten dabei als gewaltorientiert. Der Salafismus bleibe dabei die "am dynamischsten wachsende Bestrebung des Islamismus in Deutschland". In dem Bericht warnt der Verfassungsschutz auch davor, dass islamistische Akteure "unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe" versuchten, Flüchtlinge ideologisch zu beeinflussen oder sogar organisatorisch zu rekrutieren.

Auch in einschlägig bekannten Moscheen würden wiederholt Veranstaltungen durchgeführt, die sich explizit an Flüchtlinge richteten und mitunter Resonanz fanden. Die Verfassungsschützer befürchten, dass dieses Engagement auch zur Bindung von Flüchtlingen an die jeweiligen Einrichtungen geführt haben könnte. Denn unter den Besuchern seien zunehmend Flüchtlinge.

Quelle: n-tv.de, kpi

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