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Europol entdeckt neue Plattform IS baut eigenes soziales Netzwerk auf

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Die Verbreitung von Terrorbotschaften und Videos über das Internet ist essentiell für die Strategie des IS.

picture alliance / dpa

Lange nutzten die IS-Terroristen bekannte Plattformen wie Twitter, um ihre Propaganda zu verbreiten. Doch die Technologiekonzerne gehen inzwischen stärker gegen die Extremisten vor. Nun weichen diese offenbar auf eine selbstentwickelte Alternative aus.

Der Islamische Staat (IS) baut nach Erkenntnissen der europäischen Polizeibehörde Europol ein eigenes soziales Netzwerk auf. Bei einer Kampagne gegen extremistische Internet-Inhalte sei die neue IS-Plattform entdeckt worden, erklärte Europol-Chef Rob Wainwright.

Die Islamisten hätten mit dem eigenen Netzwerk auf den wachsenden Druck von Geheimdiensten, Polizei und Technologiekonzernen reagiert, die eine Verbreitung von IS-Propaganda über bekannte Netzwerke zu verhindern suchten. Der Europol-Leiter ließ offen, ob es technisch schwieriger ist, eine eigene IS-Plattform vom Netz zu nehmen als die Kommunikation der Miliz über herkömmliche Kanäle im Internet zu unterbinden.

Der IS hat seine Nachrichten bisher vor allem über allgemein zugängliche Netze verbreitet. Zu Gewalttaten bekennen sich die Extremisten oft über die ihr nahestehende Agentur Amak. Für ihre eigene Kommunikation besonders stark genutzt haben die Islamisten vergangenes Jahr vor allem die Messaging-App Telegram.

Technologieunternehmen wie Facebook und Google werden von der Politik dazu gedrängt, gegen extremistische Inhalte in ihren Netzen vorzugehen und die verschlüsselte Kommunikation von Gruppen wie dem IS zu erschweren. Wainwright erklärte, hier gebe es Fortschritte. Allerdings würden noch immer schreckliche Videos verbreitet. Auf Internet-Filmen des IS war wiederholt zu sehen, wie Menschen getötet wurden.

Quelle: n-tv.de, mbo/rts

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