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Unter den Toten sollen keine Angehörigen des Militärkonvois sein.
Unter den Toten sollen keine Angehörigen des Militärkonvois sein.(Foto: AP)
Mittwoch, 03. Mai 2017

Nato-Konvoi als Ziel der Attacke: IS reklamiert Anschlag in Kabul für sich

Mitten im Berufsverkehr explodiert in der afghanischen Hauptstadt Kabul eine Bombe: Mindestens acht Menschen sterben - Dutzende weitere werden verletzt, darunter auch drei US-Soldaten. Sie waren offenbar das Ziel eines IS-Attentäters.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert den Anschlag auf einen Nato-Konvoi in der afghanischen Hauptstadt Kabul für sich. Bei der schweren Explosion im dichten Morgenverkehr wurden mindestens acht afghanische Zivilisten getötet und 25 weitere verletzt. Außerdem wurden nach Angaben der Nato-Mission Resolute Support drei US-Soldaten verletzt.

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In einer über das IS-Sprachrohr Amak veröffentlichten Meldung heißt es unter Berufung auf eine "Sicherheitsquelle", dass ein "Märtyrer" des Islamischen Staates seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen nahe einer Kolonne der US-Streitkräfte gezündet habe. Resolute Support hingegen berichtete, Ursache der Explosion sei ein am Straßenrand verborgener Sprengsatz gewesen. Der IS behauptet weiterhin, dass acht US-Soldaten getötet worden seien.

US-Soldaten hätten nach dem Angriff auch das Feuer auf Fahrzeuge von Anwohnern eröffnet, was zu Toten und Verletzten geführt habe. Außerdem seien zwei der gepanzerten Fahrzeuge zerstört worden. Angaben des IS sind oft übertrieben. Die Nato-Mission Resolute Support hatte gemeldet, dass die beschädigten Fahrzeuge noch zurück zur nahen Basis hatten fahren können. Bilder in sozialen Medien zeigen zwei ineinander verkeilte schwere Panzerfahrzeuge.

Taliban wieder erstarkt

Der Anschlag ereignete sich um kurz nach 8 Uhr nahe der US-Botschaft und dem belebten Verkehrsknotenpunkt um den Massud-Platz. Zu dieser Zeit waren in diesem Teil der Stadt Tausende Menschen auf dem Weg zur Arbeit, vor allem zu Regierungsinstitutionen. In der Nähe liegen der oberste Gerichtshof des Landes und mehrere Ministerien. Bilder zeigten eine dunkle Rauchwolke am Himmel.

Im jüngst veröffentlichten UN-Bericht zu den zivilen Opfern des Krieges in Afghanistan hieß es, die Hauptstadt verzeichne im ersten Quartal die höchste Zahl der Opfer von Selbstmordanschlägen und Bombenanschlägen. Die Nato-Staaten, die ihren Kampfeinsatz Ende 2014 offiziell beendeten, haben angesichts der wiedererstarkten Taliban derzeit noch mehr als 13.000 Soldaten in Afghanistan stationiert.

Quelle: n-tv.de