Politik

Protest gegen 3G-Pflicht Impfgegner randalieren in Rom

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Tausende protestierten Hunderte randalierten.

(Foto: AP)

In Italien wird nächste Woche der "Grüne Pass" für alle Arbeitnehmer Pflicht. Ohne Nachweis von Impfung, Genesung oder Test darf dann niemand mehr seinen Job ausüben. In Rom gehen Tausende gegen die Maßnahme auf die Straße, einige liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei.

Im Zentrum von Rom haben tausende Menschen gegen die beschlossene 3G-Pflicht am Arbeitsplatz demonstriert. Bei den Protesten in der italienischen Hauptstadt kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Unter den Demonstranten waren auch rechtsextreme Gruppierungen. Mehrere hundert Menschen spalteten sich vom Hauptdemonstrationszug ab und versuchten, zum Parlament zu marschieren. Sie versuchten, Absperrungen zu durchbrechen und warfen mit Stühlen und Knallbomben. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Schlagstöcke und Tränengas ein, um sie zu stoppen. Drei Carabinieri wurden verletzt.

Nach den schweren Ausschreitungen sind zwölf Randalierer festgenommen worden. Zu ihnen gehören auch die beiden Anführer der rechtsextremen Partei Forza Nuova, Giuliano Castellino und Roberto Fiore. Das berichteten italienische Medien am Sonntag. Die Polizei werte zudem Videoaufnahmen aus, um zu entscheiden, ob gegen weitere Personen vorgegangen werden müsse.

Am frühen Abend stürmten die Protestierenden den Sitz der größten italienischen Gewerkschaft CGIL. Die Arbeitnehmervertretung billigt das von der Regierung beschlossene Vorhaben. Die Politik reagierte geschockt auf die Ausschreitungen. Ministerpräsident Mario Draghi verurteilte die Gewalt auf den Straßen und unterstrich, dass Gewerkschaften Garanten der Demokratie und Rechte der Arbeiter seien und dass jeder Versuch der Einschüchterung hart zu ahnden sei. CGIL-Generalsekretär Maurizio Landini nannte die Attacke einen "organisierten Akt faschistischer Gewalt, einen Angriff auf die Demokratie und auf die ganze Arbeitswelt, den wir abwehren werden. Niemand darf glauben, unser Land in die Faschistenzeit zurückstoßen zu können."

In Italien treten in der nächsten Woche weitere Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie in Kraft. Vom 15. Oktober muss jeder Beschäftigte in der Privatwirtschaft oder im öffentlichen Dienst einen sogenannten "Grünen Pass" haben, also einen Nachweis der Impfung, Genesung oder eines - zu bezahlenden - negativen Tests. Betroffen sind rund 23 Millionen Arbeitnehmer. Bislang musste der Corona-Pass bereits in den Innenräumen von Restaurants, in Kinos oder Sportstadien, in Intercity-Zügen, Bussen und auf Inlandsflügen vorgelegt werden.

Die Kritiker dieses Passes und Impfgegner machten zuletzt Stimmung gegen die Maßnahme. Diese sorgt aber gleichzeitig dafür, dass ab Montag Lockerungen möglich sind: Kinos, Theater und Konzerthallen dürfen wieder zu 100 Prozent ausgelastet werden. Auch Diskotheken können wieder öffnen. Eintritt zu allen Events gibt es nur mit dem "Grünen Pass". Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind bislang knapp 80 Prozent der italienischen Bevölkerung über zwölf Jahren vollständig geimpft.

Quelle: ino/AFP/dpa

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