Politik

Nationalfeiertag in Neu-Delhi Indien feiert mit Kamelen und Panzern

9aba35ff0326341ceda74fcb4dabb384.jpg

Wehrhaftes Riesenreich: "Bhishma"-Kampfpanzer aus russischer Produktion in indischen Tarnfarben.

(Foto: REUTERS)

Tag der Republik in Indien: Die bevölkerungsreichste Demokratie der Erde begeht ihren 70. Jahrestag mit viel Pomp, Polizei und einer riesigen Militärparade. Durch die Straßen der Hauptstadt ziehen bunte Tänzerinnen, schweres Kriegsgerät und exotische Spezialeinheiten.

Mit einer riesigen Parade in Neu-Delhi hat Indien seinen 70. Geburtstag als Republik gefeiert. Tausende Menschen säumten die Straßen der Hauptstadt, während Soldaten auf Kamelen, Panzer und Motorradakrobaten sowie Tänzerinnen vorüberzogen. Die Sicherheitsvorkehrungen waren hoch, rund 25.000 Polizisten und Paramilitärs waren im Einsatz.

596b5acb6a4c4c41211725987a093403.jpg

Hoch zu Kamel: Berittene Einheiten der Grenzschutzeinheit BSF.

(Foto: REUTERS)

Der Republik-Geburtstag erinnert an den Gründungstag des indischen Staates im Jahr 1950, als die neue indische Verfassung in Kraft trat. Bereits drei Jahre zuvor hatte Indien Unabhängigkeit von der früheren Kolonialmacht Großbritannien erlangt. In Indien leben derzeit offiziellen Schätzungen zufolge rund 1,3 Milliarden Menschen. Indien ist die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt. Experten gehen davon aus, dass der Vielvölkerstaat mit seinen zahlreichen Minderheiten und den 21 anerkannten Verkehrssprachen schon bald die Volksrepublik China als bevölkerungsreichstes Land der Erde überholen dürfte.

*Datenschutz

Das politische System Indiens muss viele, teils konfliktgeladene religiöse und ethnische Gegensätze überbrücken. Vor der für Mai erwarteten Parlamentswahl richteten sich zuletzt die Blicke auf eine neue Hoffnungsträgerin mit prominentem Namen: Die 47-jährige Priyanka Gandhi - nicht verwandt mit dem 1948 ermordeten Führer der gewaltlosen indischen Unabhängigkeitsbewegung - betrat vergangene Woche offiziell die große politische Bühne.

Priyanka Gandhi, deren Vater Rajiv Gandhi, Großmutter Indira Gandhi und Urgroßvater Jawaharlal Nehru Regierungschefs waren, wurde zur Vorsitzenden der oppositionellen Kongresspartei im Osten von Uttar Pradesh gekürt. Informell war sie bereits bei früheren Wahlkämpfen aktiv. Der mit mehr als 200 Millionen Menschen bevölkerungsreichste Bundesstaat Uttar Pradesh liegt in der Gangesebene im Norden des Landes und gilt als politisch besonders bedeutsam. Er stellt 80 Abgeordnete im Unterhaus in Neu-Delhi.

Erklärtes Ziel der Kongresspartei ist es, die regierenden Hindunationalisten der Bharatiya Janata Party (BJP) von Ministerpräsident Narendra Modi von der Macht zu vertreiben. Modis Wahlkreis liegt im Osten von Uttar Pradesh, in der Pilgerstadt Varanasi am Ganges. Rahul Gandhi, der 48-jährige Bruder von Priyanka Gandhi und Vorsitzende der Kongress-Partei sagte, er sei "sehr glücklich", dass seine "äußerst fähige und hart arbeitende Schwester" nun mit ihm zusammenarbeiten werde. Die Partei erklärte, Priyanka werde ihre Arbeit im Februar aufnehmen.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

Mehr zum Thema